Dienstag, 31. Dezember 2019

der Letzte

Mein liebster Tag in den Ferien ist eigentlich der letzte Arbeitstag vor diesen. Der Moment wenn man alles erledigt, übergeben oder zumindest mit einem Termin nach den Ferien eingeplant hat, ist unbezahlbar. Beim Abstellen des Notebooks stellt sich eine Leichtigkeit ein, welche mich beim Verlassen des Bürogebäudes schon fast schweben lässt. Nicht dass ich ungern arbeiten würde, aber wenn eine ganze Woche Ferien vor mir liegt - oder gar zwei - dann ist das schon ein gutes Gefühl.
Heute ist der letzte Tag, nicht von meinen Ferien, aber vom Jahr 2019. Silvester ist eigentlich ein Tag, den ich mag: 366 neue und unverbrauchte Tage liegen vor uns,  ein Jahr wie ein Buch mit lauter unbeschriebenen Blätter welche wir nun füllen dürfen. Mit Erfolgserlebnissen und auch mit auf den ersten Blick weniger schönen Momenten - aber beschrieben werden die Blätter von uns. Silvester verbinde ich zudem mit dem Spenglercup-Final, einem stressfreien Spaziergang, gutem Essen, einem Schluck Wein, einem späten Dessert und einem Glas Mauler-Schaumwein. Begleitet vom Knallen des Korken und der unberechenbaren Knallkörper begrüssen wir jeweils das neue Jahr. Dann warten wir eigentlich nur noch auf die Ruhe der Nacht, damit wir alten Säcke endlich unseren Schlaf finden. Dass die beiden Töchtern jeweils auswärts feiern, gehört auch schon fast zur Tradition - wobei Isabel auch zu Hause silvestern könnte, hier wäre sie trotzdem nicht. Die Jungvögel sind flügge geworden und unabhängig von den aktuell anstehenden Veränderungen lässt sich feststellen: das Haus hat seinen Zweck erfüllt, nun kann es in andere Hände übergeben werden.
2020 liegt vor uns. Es scheint ein Jahr der Veränderungen zu werden für mich, ein Jahr welches neue Fakten schaffen wird. Und somit wird es auch ein Jahr der Chancen werden - an mir wird es liegen, diese nicht liegen zu lassen. So typisch es für uns Menschen auch ist, an solchen Tagen Bilanz zu ziehen und gleichzeitig nach vorne zu schauen, so wichtig ist es auch, manchmal nur das Naheliegendste zu betrachten. Und das ist im Moment das Tiramisu im natürlichen Kühlschrank vor dem Küchenfenster. In 12 Stunden ist mit Sicherheit eine Portion weniger in der Schale, da müsste sonst vermutlich zuerst die Welt untergehen...

Montag, 30. Dezember 2019

Nebel

Ich weiss nicht genau, was ich gestern bei Meteo falsch verstanden habe. Die Luft werde trockener, es kühle ab in der Nacht und der Nebel löse sich grösstenteils auf. Heute war es kalt, hatte Nebel - aber aufgelöst hat sich rein gar nichts. Wobei...doch, ein Autofuder voll Altlasten aus dem Keller haben sich "aufgelöst" - bei der Entsorgungsstelle im Dorf. Morgen geht es dann dem Weihnachtsbaum an den Kragen respektive an die Kugeln.
Trotz Kälte war ich heute ziemlich viel auf den Beinen. Logisch, der Grümpel aus dem Keller fliegt ja nicht von selber zur Entsorgungsstelle. Immerhin kam ich ausnahmsweise bei dieser Tätigkeit nicht ins Schwitzen. Zurück vom Entsorgen waren die Hunde an der Reihe. Wir erkundeten wieder mal die Strecke an der Bahnstrecke und Autobahn und stellten fest, dass die Bauern emsig am Arbeiten waren. Überall waren Traktoren unterwegs auf den Feldern und den Wegen dazwischen. Sonne? Immer noch Fehlanzeige, entsprechend kalt fühlte sich alles an nach dem Morgenspaziergang. Um halb Elf mussten wir zurück sein, weil Astrid noch mit Erika in Bern zum Zmittag verabredet war - der Zug fuhr um 10:59.
Am Nachmittag gab's das gleiche in Grau, die Route war eine andere, aber sonst blieb alles beim Alten (und damit bin nicht ich gemeint): Nebel, Kälte, Karawanen von Traktorengespannen beim sehr effizienten Abtransport von Zuckerrüben - am Ende wähnte man sich schon fast im Emil'schen Januar, wo alles angeblich "schtiif und schtarr" sein soll. Da war die bereits vorgekochte Minestrone am Abend genau das Richtige zum Aufwärmen.

Sonntag, 29. Dezember 2019

Grau und kalt

Sonntagmorgen. Nach einem tollen Samstag sieht es heute grau und unfreundlich aus. Es ist noch nicht richtig hell, oder vielleicht doch? Das Thermometer zeigt an, was ich bereits geahnt habe: draussen ist es kalt, trotz zu warmem Dezember gemäss Meteorologen - aber die arbeiten ja auch mit statistischen Mittelwerten, und da sieht selbst eine Katastrophe nicht ganz so schlimm aus.
Der Samstag war eigentlich ganz angenehm. Fitness, Sauna, Keller entrümpeln, Spenglercup mit einem Bierchen, Pouletburger mit Guacamole (und Carmen) und als Abschluss noch der Konzertmitschnitt von Guillaume Hoarau im Bierhübeli. Und jetzt ist das offenbar der Morgen danach. Ich sitze auf dem Sofa, hörte zuerst irische Pubmusik - jetzt UB40, weil mir die irische Melancholie dann doch zu schwer wurde. Manchmal geht das einfach gar nicht, manchmal braucht es etwas Leichteres, denn an Tagen wie diesen habe ich doch etwas Mühe mit der Situation. Alles andere wäre gelogen. Ich war zwar immer schon gerne alleine, aber was mir gerade jetzt etwas fehlt, ist die Begrüssung durch die beiden Fellknäuel. Kein Dylan der immer raus will und dann gleich wieder rein. Kein Skipper der mich beschwichtigt, wenn ich mich darüber aufrege. Keine Schatten die mir überall hin folgen, am liebsten natürlich in die Küche.
Nein, so leicht wie es vielleicht manchmal aussieht, ist die Situation für mich nicht - nicht immer. Es gibt solche Momente und ich lasse diese einfach zu. Denn ich weiss, dass es wie auf einer Achterbahn fast genauso schnell rauf gehen kann, wie es runter ging. Und mit jedem Auf und Ab verliert der Schwung an Energie. Ja, da kann es auch mal etwas feucht werden in meinen Augen, aber ich habe vor Kurzem irgendwo etwas dazu gelesen: man(n?!) sollte seine Tränen raus lassen, denn jede Träne welche man zurückbehalte, werde im Herzen schwer wie ein Stein. Da trifft es sich doch gut, dass ich heutzutage viel näher am Wasser gebaut bin, als vor vielen Jahren. Das schreibe ich Familie, Kindern und unseren Hunden zu. Gerade Dylan und Skipper haben mich diesbezüglich viel gelehrt - weil sie einfach komplett offen und ehrlich Feedback geben. Deshalb habe ich auch so Mühe, sie irgendwann mal ziehen zu lassen, da bin ich ebenso offen und ehrlich. 
Aber es führt kein Weg daran vorbei, einen Hund kann ich selber und alleine nicht betreuen im Moment. Und alles andere interessiert mich nicht wirklich,  keine Katze, kein Goldfisch und auch kein Hamster. Falls mir also irgendwann mal eine sympathische Person über den Weg laufen sollte, könnte eine der ersten Fragen sein: magst du Hunde?

Samstag, 28. Dezember 2019

Chez Schmockers

Es gab mal eine Zeit, da wurden unsere Familien grösser.  Ein Essen mit Schmockers am Minderweg in Burgdorf fand an einem Vierertisch statt. Irgendwann waren wir dann zu Sechst, später - auf Distanz zwischen Amselweg und Lindenpark- zählten wir schon acht Nasen. Mit den erwachsenen Kindern kamen auch Freundinnen und Freunde dazu, zu unseren besten Zeiten brachten wir elf Personen an einen Tisch. Nun ist das ja nicht eine Frage der Menge, zumindest nicht nur. Es ist auch eine Frage der Qualität solcher Treffen, und damit meine ich nicht das Essen, sondern primär die Gespräche. Erwachsene Kinder - sorry Girls, werdet ihr für immer bleiben - sind schliesslich vollwertige Gesprächspartner, ja, mit einer Isabel am Tisch kann ich mich gelassen treiben lassen, da bricht das Gespräch nie ab. Aber - wir waren gestern gerade noch 8 Personen am Tisch. Selina, die Freundin von Kai ist Geschichte, und Vanessa ist mit ihrem Roger irgendwo im Ausland. Das ist offenbar der Lauf der Zeit - egal, ob die Kids eine eigene Familie Gründen oder einfach rausfliegen, es braucht zunehmend wieder weniger Stühle am Familientisch.

Freitag, 27. Dezember 2019

Emotionen

Stell Dir vor, Du feierst Weihnachten, und obwohl alles eigentlich altbekannt ist, fühlt es sich doch so ganz anders an.
So ist es mir gestern gegangen. Um halb Drei trudelten Isabel und Simon ein, ich war gerade mit den beiden vierbeinigen Freunden unterwegs, an Zuckerrüben-Haufen und Rüebli-Feldern vorbei. Astrid arbeitete an ihrem Bewerbungsdossier und Carmen genoss einen freien Tag. Nach meiner Rückkehr schaute ich kurz in den ersten Match des Spenglercups rein, Ambri führte 1:0 und erzielte gleich noch einen Shorthander zum 2:0. Nachdem ich erfahren hatte, dass UFA ohnehin nur noch mit einem B-Team anwesend sei und es im 2. Drittel genauso eindeutig zugunsten von Ambri weiter ging, schaltete ich den Fernseher aus. Sky Christmas übernahm das Zepter und ich öffnete eine Flasche Weisswein. Im Ofen garte ein Roastbeef vor sich hin, Astrid wusch eine Unmenge Nüsslisalat, Simon briet die Speckwürfeli an, Isabel schaute nach der Bearnaise-Sauce und kredenzt den Rotwein, und Carmen hielt die beiden Fellknäuel von der Küche fern. Essen gut, alles gut.
Nach dem Essen brannte dann zwar nicht der Baum, aber die Kerzen daran - so soll es sein. Weniger erwartet waren die tollen Geschenke, welche ich von meinen Töchtern erhalten habe. Sie waren sorgfältig ausgesucht und mit Liebe besorgt worden. Vielleicht waren sie das ja immer auch schon in den Jahren zuvor, und ich hatte es einfach nicht so tief empfunden. Jedenfalls habe ich mich enorm gefreut und musste am Ende sagen: so schön war es noch selten zuvor. Wir beide, Astrid und ich, können stolz sein auf unsere Kinder - und wir sind es auch.
Frohe Weihnachten. 

Donnerstag, 26. Dezember 2019

Einfach nur schön

11 Personen. Das ist aktuell Vollbestand, wenn man "unsere" Familie zusammen sieht. Gestern war das der Fall und darum wissen wir das auch so genau. Im nächsten Jahr kann das schon anders sein, vielleicht stimmt dann die Zahl nicht mehr oder es haben nicht alle Zeit (oder leben zu weit weg - man weiss ja nie). Jedenfalls gestern hat es mir von A bis Z gefallen, so stelle ich mir Weihnachten vor: Familie, Essen, Trinken, gute Gespräche.
Dumm nur, dass ich am Ende des Tages dann doch wieder mehr Süsses gegessen hatte, als geplant. Aber auch dafür (oder dagegen) gibt es einen Plan. Darum sitze ich gerade jetzt im Zug nach Burgdorf, ein paar Kilometer auf dem Velo werden zumindest das schlechte Gewissen wegspülen und mir ein gutes Gefühl geben. Schliesslich gibt es heute nochmal eine kleine Feier, in meiner eigenen Familie. Da sind wir "nur" zu Fünft. Auch das kann sich bis zum nächsten Jahr verändern. Auch heute gibt es was Feines zu Essen. Und auch heute wird es wieder etwas Süsses geben, etwas mit Tradition bei mir: Mousse au chocolat. Diesmal werde ich mich zurückhalten, ganz sicher, versprochen.

Mittwoch, 25. Dezember 2019

so this is Christmas

Schon wieder ein Songtext, der sich in meinem Kopf festgesetzt hat. So this is Christmas, aus dem Lied von John Lennon, fast so alt wie ich und eigentlich (auch) ein Protestsong. Er richtete sich gegen den Vietnamkrieg und wünschte eigentlich allen nur frohe Weihnacht und ein gutes neues Jahr. Vermutlich wird er aufgrund seines offensichtlichen Textes so oft gespielt um die Weihnachtszeit - John Lennon konnte seinen Protest ganz gut "verpacken", was wiederum ganz gut zu Weihnachten passt.
Gestern, an Heiligabend, ist mir aufgefallen, wie zweigeteilt unsere Gesellschaft an diesem Tag ist. Die einen hatten Samstag, die anderen waren noch komplett im Dienstag gefangen. Die einen genossen einen freien Tag, die anderen arbeiteten wie gewöhnlich an einem Werktag. Natürlich arbeiten auch heute Sonntag viele Leute - der Lokführer welcher mich nach Thun bringt, der Busfahrer welcher Richtung Schorenfriedhof fährt, und auch noch einige Peronen denen ich heute nicht unbedingt begegnen will. Aber heute Mittwoch ist das eigentlich wie ein normaler Sonntag, gestern war das ganz anders.
Gestern haben wir etwas Feines gegessen und wie üblich die Kerzen am Baum angezündet. Sah auch ganz toll aus, schöner Baum, wunderbar geschmückt, der Wohnraum in das warme Licht der Kerzen eingehüllt. Aber wir waren eigentlich noch gar nicht am Feiern. Es gab keine Geschenke, wir waren als Familie nicht komplett, das werden wir am 26. nachholen. So, this is Christmas? Es fühlte sich irgendwie ganz komisch an und nachdem wir lange Zeit und ganz ruhig die Lichter am Baum und auch etwas jene auf unseren Displays angeschaut hatten, endzündeten wir irgendwann das Cheminee des 21. Jahrhunderts und schauten uns zusammen eine Konserve an: der Bergdoktor - Weihnachtsspecial. So, this is Christmas? Die Story jedenfalls war tief-weihnächtlich, viel Schnee, grosse Herausforderungen und ein Happy End inbegriffen. Vielleicht ist das ja Weihnachten? Dann hätten wir hier aber ganz schlechte Karten, zumindest was den Schnee betrifft.

Weihnachten ist ja auch erst heute - so steht es auch im Kalender. Darum freue ich mich jetzt auf das Zusammensein mit meiner Familie, diesmal mit allen, die ich persönlich dazu zähle. Ich freue mich auf einen grossen Tisch und ganz vielen Menschen daran, die mir etwas bedeuten. Gespräche, die lustig, spannend und auch mal etwas herausfordernd sein dürfen. Darum schätze ich die Weihnachtszeit vermutlich viel mehr als früher, weil sie uns Zeit gibt für solche Momente (welche im Alltag aus unterschiedlichen Gründen kaum Platz haben). Dass jetzt das Wetter gerade auch noch mitspielt und mich strahlender Sonnenschein durch's Gürbetal begleitet, ist nur noch die Kirsche auf der Torte...
This is Christmas 

Montag, 23. Dezember 2019

9

Es sind noch genau 9 Tage übrig von diesem Jahr. Das heisst auch, dass 356 hinter uns liegen, trotzdem zählen diese letzten jeweils für mich zu den schöneren. So wie heute, im Zug 06:31 ab Utzenstorf hat es viel Platz. Auf den 20 Plätzen in der ersten Klasse sitzen auch nach Kirchberg gerade mal 5 Leute. Nicht dass ich unbedingt alleine reisen möchte, aber irgendwie wirkt das Ganze sehr entspannt. Ich bin mir bewusst, dass dies heute und morgen noch ändern wird, wenn die "Freizeitler" aufgestanden sind und die Läden stürmen werden. Denn es ist ja schon fast Weihnachten und der gestrige Sonntagsverkauf hat vermutlich kaum gereicht, alle Geschenke zu besorgen. 
Auf Weihnachten freue ich mich auch - vor allem, weil sich dann die ganze Familie trifft und zusammensitzt, etwas Feines isst und gute Gespräche führt. Was früher normal war, wird zunehmend anspruchsvoller; als Kind war die Familie klar definiert und alles darum herum kam dann noch dazu. Als Eltern mit Erwachsenen Kindern sieht das natürlich anders aus, die Sprösslinge bewegen sich in eigenen Kreisen, bilden eigene "Familien" und diese Freunde wiederum haben eigene, klassische Familien. Darum schätzt man dann die Weihnachtszeit umso mehr, jene Zeit, die uns grundsätzlich den Freiraum gibt, in den diversen "Familien" zusammenzukommen. Auch wenn Weihnachten als Fest für mich in den letzten Jahren etwas an Bedeutung verloren hat - die Weihnachtszeit hat das nicht. Ich liebe die Musik von Sky Christmas, den Duft von frischen Güetzi, das Licht von Kerzen. 
Dann folgt die Altjahrswoche mit einigen freien Tagen. Zeit für Freunde, für den Spenglercup, für einen interessanten Film, für die eigene Seele. Wenn dann noch Schnee fällt, ist es umso schöner. 
Diese Zeit beginnt jetzt, heute, mit meinem voraussichtlich letzten Arbeitstag im Büro in diesem Jahr. Mit einer Zugreise nach Bern in einem Abteil mit 20 Plätzen, auf denen seit Burgdorf nur noch vier Nasen sitzen.

Sonntag, 22. Dezember 2019

Trockenübung

Wie zum Henker kann man von einer Trockenübung sprechen, wenn man auf dem Spaziergang mit nassen Kleidern und vollgespritzter Brille unterwegs war? Aber der Reihe nach...
Am Freitag war ich noch beim Coiffeur (was in meinem Fall eine Coiffeuse ist, blond dazu, aber jetzt bitte keine Witze). Dabei kam das Gespräch auf Orte, die vom Klimawandel bedroht sind und wo man unbedingt nochmals hingehen sollte (was potentiell die Klimaerwärmung weiter anheizt, aber lassen wir auch das mal beiseite). Miami, Malediven, Mansibar...ne, Sansibar natürlich. Fängt ja nicht alles mit M an, was uns dazu in den Sinn kam. Also, die Frage kam unweigerlich, ob ich schon mal an einem solchen Ort war, der nun droht vom Wasser verschluckt zu werden. Ja, war ich, zwei Mal auf den Malediven. Ich meinte noch, dass mir das aber nach rund einer Woche dann doch langsam zu langweilig wurde. Chantal meinte: "mit meinem Ex wäre es mir vermutlich am zweiten Tag schon langweilig geworden - darum ist er vermutlich auch mein Ex". Dann kam das Thema auf den Winter ohne Schnee. Chantal sagte: " das war schon schön jeweils mit dem Hund über schneebedeckte Waldwege zu spazieren". Es wäre eben ihr erster Winter ohne Hund seit langem, und man würde richtig faul ohne Hund. Nun, da hatte die gute Chantal unbewusst die richtigen Knöpfe gedrückt.
Ein Punkt kam dann heute Sonntag wieder hoch, der Teil mit der Faulheit ohne Hund. Wenn du am Mittag mit 1250 Schritten auf dem Sofa sitzt und draussen Wind und Regen Gemütlichkeit verbreiten, muss man sich entscheiden, ob man sich dieser Gemütlichkeit widersetzen kann. Sonntagsverkauf? Wäre eine Möglichkeit gewesen, Bern, Burgdorf und Solothurn standen zur Verfügung. Ist aber immer noch nicht so mein Ding. Also mal wieder klassisch der Emme entlang nach Aefligen? Deal! Mit Regenhose und -jacke entschied ich mich für die verbotene Route über die Baustelle, auf der die Emme massiv verbreitert und renaturisiert werden soll - hilft nicht gegen die Klimaerwärmung, bereitet aber auf deren Folgen vor. Über die Baustelle wollte ich immer schon mal, weil es mich interessiert und vermutlich auch, weil es nicht erlaubt ist. Sieht aktuell aus wie eine Mondlandschaft, dazwischen Ansätze von Ursus Ordnungssinn: Bäume schön parallel aufgeschichtet an ein paar wenigen Orten - ein aufgeräumter Wald der schon bald weggeräumt sein wird. Kein Opfer der Klimaerwärmung by the way. 
Letzte Woche wurde ich gefragt, ob ich tief in mir drinnen nicht irgendwo eine Wut verspüren würde. Bis heute habe ich keine Wut gefunden, aber wenn ich über diese altbekannten Pfade wandere, dann stellt sich manchmal ein Schmerz ein. Darauf war ich irgendwie vorbereitet, mit einem 13-jährigen Hund macht man sich schon mal Gedanken darüber. Trotzdem fühlt sich das komisch an ohne Hunde auf Wegen, die ich wegen der Hunde überhaupt erst kennen und schätzen gelernt habe. Und das tut eben auch etwas weh zwischendurch, fühlt sich eben an wie Trockenübungen, nicht richtig, unvollständig. Darum sollte ich vielleicht auch beim Wandern neue Wege beschreiten und nicht auf den alten Dog-Tracks unterwegs sein.
Nun, zurück von Aefligen ging's dann mit dem Zug und nun sitze ich wieder auf dem Sofa - mit 10'535 Schritten auf dem Zähler.

Samstag, 21. Dezember 2019

Entscheidungen

Weihnachten ist schon verdammt nah - habe ich wirklich an alles gedacht? Ich muss heute noch eines der Geschenke abholen in Burgdorf, das geht gleich auf dem Weg ins Training. Dann sollte ich noch in der Vestita reinschauen; erstens wegen der Glücksnummer - hat mir auch schon mal 50 CHF eingebracht - und zweitens weil ich eine Stoffhose brauche. Natürlich sind die allermeisten Hosen aus Stoff, wenn sie nicht gerade aus Leder oder Latex sind - ich meine eine Businesshose, etwas zwischen eleganter Jeans und Anzughose. Davon hatte ich nämlich eine an der Kaderkonferenz buchstäblich aufgerissen. Immerhin, nur eine Hose.....
Jetzt stellt sich da aber noch die Frage, ob Catalina am 25. in Thun auftaucht. Soll ich jetzt noch ein Geschenk organisieren? Ich wüsste auch schon, was - aber dafür muss ich nach Bern. Und dann wird es etwas eng mit der Zeit, wobei ja "nur" Carmen zu Hause wartet. Nur bezieht sich hier auf die Anzahl, wichtig ist mir das sehr. Also weiter überlegen, ich könnte auch in Bern trainieren, dann spare ich mir den Weg zum Hallenbad und zurück hier in Burgdorf. Oder ich gehe einfach Morgen nach Bern, ist ja Sonntagsverkauf. Das hatte ich in der Vergangenheit immer prinzipiell vermieden, aber jetzt finde ich das gar nicht mehr so problematisch.
Es gibt einfach zu viele Möglichkeiten zu entscheiden. Macht die ganze Sache nicht einfacher - ich werde mich wohl mal wieder spontan entscheiden müssen, genau jetzt, in Burgdorf, in der S44. Aussteigen oder sitzenbleiben, das ist jetzt die Frage....und da mir das in der Schule nie passiert ist, sollte ich vielleicht einfach mal sitzenbleiben....

Freitag, 20. Dezember 2019

Hammer

Bienzgut, Bümpliz, Brau Bar. Das Ziel war klar, wie es ausgehen und vor allem aussehen würde, hingegen nicht. Zuvor war ich noch im Fitness Club beim Bankgässli und habe erstmals den Wellness-Bereich ausgetestet. Die finnische Sauna ist riesig, ohne Brille ist das gar nicht so einfach, darin Personen gegenüber zu erkennen. Ok, ich weiss, dass da jemand ist, ob Mann oder Frau ist auch noch klar (und sonst liegt man mit Mann zu 95% richtig), aber sollte ich da mal jemanden nicht grüssen....sorry, ich werde eben nicht jünger. Nebst der finnischen hat es noch eine Bio- und eine Kräuters-Sauna sowie ein Caldarium. Und der Durchgang zu Lounge und Ruheraum ist eine massive Panzertür (die aber immer offen ist - es hat darin eine leichtere Türe eingebaut).
Dann war die Weltreise nach Bümpliz an der Reihe. Das dauerte ja ewig im Tram, da hatte ich mich schon etwas verschätzt. Mehr als sechs Haltestellen? Definitiv! Im Bienzgut mussten wir dann erst mal etwas suchen. Zum einen, weil dort ein kleines Fest stattfand, zum anderen, weil die Brau Bar in einem Keller untergebracht ist. Die Typen welche am Fest kochten, waren übrigens die selben, welche mit uns am Kadertag im Tramdepot Burgernziel gekocht hatten.
Meine Schwester und ich haben sie dann gefunden die Brau Bar. Ein kleines Schild hat uns den Weg gezeigt, es hilft aber, wenn man weiss wie dieses aussieht. Sei's drum, so bleibt die Brau Bar wohl ein Insidertipp. Hinter dem Tresen ein alter Bekannter von mir, Thomas Fritz. Und der erklärte uns dann auch gleich das Angebot der eigen gebrauten Biere:
- ein India Pale Ale
- ein Irish Red Ale
- und ein Irish Stout
Es wurden dann einmal das Irish Red, zweimal das India Pale und zum Abschluss ein dazu gekauftes Amber-Bier aus Bayern. 8 Biere, eine persönliche Führung durch die Brauerei ( im Prinzip eine grosse Küche) und ein paar Stunden in einer Top-Location...beim Zahlen kam dann die Überraschung: 10 Franken. Oder anders gesagt, die Eigenbrau-Biere gingen auf's Haus. Ich kenne Thomas gut genug, um zu wissen, dass ich da nicht zu diskutieren brauchte. Und er kennt mich gut genug, um zu wissen: der kommt wieder 

Mittwoch, 18. Dezember 2019

LMAA

Manchmal muss man die Arbeit einfach mal Arbeit sein lassen. Und darum habe ich mich heute um Viertel nach Vier aus dem Büro verabschiedet und habe mich auf den Weg in...hm, wohin eigentlich? In die Stadt wohl eher nicht, denn ich arbeite ja selber bereits IN der Stadt. In die Innenstadt vielleicht,  aber das holpert doch gewaltig. In die Altstadt vielleicht? Jedenfalls dorthin, wo die Touris den Bernern, die Berner sich selber und alle den Trams und Bussen im Weg stehen. Ich wollte mir noch ein Geschenk besorgen und bin deshalb so rasch es geht, in....hättet ihr wohl gerne! Ich sag doch nicht, wo ich mein Geschenk gekauft habe. Könnte ja für dich sein, ja, der du gerade diese Zeilen liest.
Nach dem langen Anstehen - gut und gerne 20 Minuten, ohne die gleichnamige Lektüre notabene - war ich dann zu spät für den einen und zu früh für den anderen Zug. Also machte ich mich auf zum Weihnachtsmarkt und schlenderte einmal über denselbigen. Dauert bei mir ja nicht allzu lange und darum schaute ich noch rasch bei Loeb vorbei. Die Fleisch-Fonduegabel für mein Silit-Pfännchen habe ich natürlich nicht gefunden. Nicht einmal das Pfännchen, um ehrlich zu sein - überhaupt nichts von Silit. Diese Marke gehört ja jetzt zu WMF und nachdem auch eine Mail an diese Firma seit 10 Tagen unbeantwortet ist, habe ich die Hoffnung schon fast aufgegeben. Muss wohl wieder mal etwas selber basteln, wenn ich mal etwas Zeit übrig habe. Ganz kurz habe ich mich dann noch in der Herrenabteilung umgeschaut. Einen Herrn suchte ich zwar nicht, aber aus gut informierter Quelle wusste ich, dass es dort ganz ordentliche "Verpackungen" gibt. Signum-Hemden mit 30-50%, das merke ich mir für später, denn jetzt war es an der Zeit, den nächsten Zug zu erwischen - sonst würde es am Ende gar der übernächste....

Dienstag, 17. Dezember 2019

Ferien

Komisch, so ein einzelner Ferientag mitten in der Woche. Aber aktuell sind die Arbeitswochen ohnehin spannend zusammengesetzt: die letzte Sitzung des Jahres hier, da ein Apero, ins Tessin gehe ich erst im Januar wieder....bei uns ist die Kadenz merklich gesunken. Klar, gestern war ja DER Tag des PostAuto-Jahres, der Fahrplanwechsel im Pendlertest. Offenbar hatten wir ein Problem mit dem zentralen Anzeigebildschirm, wenn dort also jemand gestern ein Poschi verpasst hat - sorry. Jetzt geht schon bald die Arbeit wieder los, für den Fahrplanwechsel 20/21.
Ferien bedeutet: länger Schlafen (Fehlanzeige), etwas Gutes Essen (werde ich am Abend mit meinem Ex-Chef), erledigen was man schon immer wollte und keine Zeit dafür hatte (meinem Ex-Chef den Kalender vorbeibringen) oder einfach mal gar nichts tun (sollte heute auch etwas Zeit übrig bleiben dafür). Ich werde mal schauen, was der Tag so bringt. Ich habe in der Migros noch etwas bestellt zum Abholen in Burgdorf - hätte gestern schon kommen sollen, wenn's heute eintrifft, werde ich das mal erledigen. Dann bräuchte ich noch Hosen aus der Vestita, ebenfalls in Burgdorf. Ein Spaziergang mit den Hunden wird ebenfalls noch drin liegen und last but not nest muss ich noch schauen, wo genau in Grenchen sich das Nest von den Hüsler's befindet - ist ja schon fast dunkel wenn ich dort aufkreuzen werde. Ich möchte ja nicht herumirren mit dem grossflächigen Kalender von Alex.

Montag, 16. Dezember 2019

Montag

Mal wieder vergessen, das Handy in den Flugmodus zu setzen, und deshalb war sie am Morgen schon da: die WhatsApp-Nachricht meiner Schwester. Ein Gruss von der Eule an die Lerche, denn um halb Eins in der Nacht war ich natürlich schon lange am Schnarchen - stört jetzt auch keine(n) mehr. Ich hatte den Schlaf auch nötig, nicht für die Schönheit - da hilft weder Schlaf noch Mairegen, glaubt mir das. Nein, es war spät geworden die letzten beiden Abende. Freitag war Astrid am Weihnachtsessen mit dem Kita-Team, im Rudswilbad. Und vorher zu Bett geht ja nicht, weil sonst der gute Dylan motzt. Und wenn man gleich auf dem Sofa bleiben muss, ist der Fernseher eben nicht weit. Am Samstag habe ich dann den Weg ins Bett auch nicht so rasch gefunden und am Morgen weckt jeweils die innere Uhr.
Es ist noch nicht die letzte Woche des Jahres, aber in meinem Fall die letzte ernsthafte. Am Dienstag habe ich einen Ferientag zu vernichten, nächste Woche folgen noch ein paar und wenn alles klappt, dann werde ich mit 4 bis 5 Tagen ins neue Jahr rüber gehen. Die kann ich auch gut gebrauchen, es gibt viel zu tun im 2020.

Donnerstag, 12. Dezember 2019

heute ist mal wieder einer dieser Tage...

Die Fantastischen Vier meinen in ihrem Song damit einen schlechten Tag, es heisst sogar "einer dieser verdammten Tage". Keine Ahnung, warum mir gerade dieser Songtext im Kopf rumgeistert, denn bei mir ist heute einer dieser Tage, der mich zu Gerardo ins Tessin führt. Das ist in der Regel ein langer, aber angenehmer Tag. Ich weiss, man könnte den Text in meinem Fall auch anders interpretieren, vor allem wenn man den Songtitel kennt: sie ist weg!
Ist sie aber gar noch nicht und es gibt noch einiges zu tun bis dahin. Mehr als ich mir vorgestellt hatte und wir müssen damit rechnen, dass nicht alles einfach so klappen wird. Immerhin gibt es zahlreiche Informationsquellen im Internet welche gute Unterlagen zur Verfügung stellen. Und Hindernisse gehören ja eigentlich in meinem Job fast schon zum Alltag - früher als Projektleiter, und heute als Vorgesetzter kommen sowieso nur noch die schwierigen Fälle und Brandherde zu mir. Zeit also, zu Hause mein eigenes Projekt durchzuziehen. Aber zuerst mal lassen wir Weihnachten vorbeigehen.

Mittwoch, 11. Dezember 2019

Gar nicht so einfach

Es gibt Vieles, was auf den ersten Blick einfach erscheint, auf den zweiten sich dann als eher schwierig herausstellt. Manches, was im ersten Moment passt, entpuppt sich beim genaueren Hinsehen als nicht ganz passend. Bei einem Kleidungsstück kann man das vielleicht mal verschmerzen, bei meinem aktuellen Projekt sieht das etwas anders aus.
Zuerst einmal die gute Nachricht aus der Beratung bei PostFinance: die eigene Schätzung des Marktpreises unserer Liegenschaft stimmt fast exakt mit jener von PostFinance überein - schon mal gut. Das war's dann mit positiven Nachrichten. Belehnung des bestehenden Schuldbriefs? Nur bis zur Maximalhöhe der ersten Hypothek. Postkonti umwandeln im Rahmen der Scheidung? Geht nicht, das Hauptkonto muss auch für mich neu eröffnet werden. Good bye 34-8400-5, danke Geldwäscherei-Gesetz. So bin ich dann mit einem Antrag raus, der mir - falls er durchkommt - Eigenkapital von 10% des Kaufpreises beschaffen wird.
Mein nächster Gedanke: Pensionskasse. Das ist bekanntlich auf zwei Arten möglich, Vorbezug und Verpfändung. Vorbezug bedeutet einmalige Steuerkosten und tiefere Risikoleistungen, Verpfändung lediglich höhere Hypozins-Kosten. Daher ist die Pensionskasse nun auch gleich im Rennen um die Finanzierung - eine fünfjährige Festhypothek, also das gleiche Produkt welches ich aktuell habe - kostet dort die Hälfte als aktuell bei PostFinance. Das rechnet sich auch so bereits nach vier Jahren. Und die Verpfändung ist ja nur temporär notwendig bis zum abgewickelten Verkauf des Hauses.
Hinzu kommt natürlich erschwerend die aktuelle familiäre Situation. Darum werden wir diesbezüglich vermutlich im neuen Jahr Nägel mit Köpfen machen. Und wenn's mit der Wohnung in Zollikofen nicht klappt, dann war's halt nicht das Richtige.

Sonntag, 8. Dezember 2019

einfach nur schön

Es ist ja eigentlich immer finstere Nacht beim Aufstehen - beim Zubettgehen auch, liegt aber nicht an mir, im Normallfall bin ich da nicht allzu spät dran. Heute war's wie erwartet, aber da schon weit nach Sieben, erwartete mich eine wundervolle Dämmerung durch's Küchenfenster. Was für eine Überraschung an diesem Sonntagmorgen. Sonne heisst aber auch: klare Nacht, und das zeigt sich jeweils auf dem Aussenthermometer. Abzüglich 2° wegen der geschützten Lage dürfte die Morgentemperatur knapp über dem Gefrierpunkt gelegen haben.

Ein solcher Start in den Morgen verspricht einen tollen, erfolgreichen Tag. So sieht es auch mein Tageshoroskop, ich solle unter Menschen gehen, aber nur unter solche, die ich gut kenne. Sonst würde ich mich vielleicht über den Tisch ziehen lassen. Ich etwa? Wirklich? Nun, die Sonne geht ja jeden Tag auf, wir sehen sie einfach nicht immer. Und genauer betrachtet, macht die Sonne bewegungstechnisch aus irdischer Sicht rein gar nichts. Natürlich ist sie in Bewegung, das sollen ja jedes Sternsystem, jede Galaxie, das ganze Universum sein. Aber die Sonne geht nicht im Osten auf - bitte diesen Satzteil nicht isoliert weiterveröffentlichen - vielmehr drehen wir uns wieder der Schönheit dieses Sterns zu. Eine Schönheit, die uns ohne schützende Athmosphäre augenblicklich vernichten würde. Wie so oft im Leben, ist Schönheit für uns Menschen Gift, oft sogar tödlich - und wir sollten sie aus sicherem Abstand geniessen und vor allem nicht besitzen wollen. Besitztum scheint mir ohnehin eine der größten Geisseln der Menschheit zu sein, aber diesen philosophischen Ansatz werde ich ein anderes Mal verfolgen.
Was mache ich jetzt mit diesen Kaffee-Erkenntnissen? Ich gehe mit dem guten Gefühl aus dem Haus, dass der heutige Sonntag ein guter Tag wird. Das hätte ich auch ohne Horoskop gewusst, denn heute ist ein Familie-Lörtscher-Tag. Ich hätte es auch ohne Sonne gewusst - bin aber trotzdem froh, ist sie auch heute wieder aufgegangen. Es wäre sonst doch etwas zu kühl und zu finster, oder?

Samstag, 7. Dezember 2019

Bewegung

Zuerst einmal hatte ich letzte Nacht wirklich gut geschlafen - keine Selbstverständlichkeit, denn Dylan meldet sich eigentlich immer, sobald er merkt: die sind alle nach oben gegangen. Darum schläft in letzter Zeit immer einer von uns auf dem Sofa. Und da meine Frau einiges später ins Bett geht als ich, zähle ich meist zwischen Mitternacht und Eins nach unten. Eines kann ich mit Gewissheit sagen: das Sofa ist saumässig bequem. Und dabei haben wir das Bettteil noch gar nicht ausgefahren.
Nun, Dylan und Skipper sind in der Ostschweiz an einem Plauschturnier, kein Sofa-Schlafen, 7,5 Stunden toller Schlaf und Morgens um Sieben ziemlich fit aufgestanden - was will man(n) mehr? Ein Kaffee, ein paar News reinziehen, den Rucksack gepackt und um Neun war ich dann schon im Fitness-Club auf dem Velo. Und obwohl ich eine halbe Stunde später immer noch an Ort und Stelle stand, hatte ich über 14 Kilometer abgestrampelt. Da hatte ich mir eine Dusche, die Sauna und einen feinen Tee redlich verdient.
Zu Hause war Carmen bereits mit Zitronen, Grapefruit und Orangen beschäftigt - WhatsApp sei dank, ich hatte ihr meine Zugverbindung zugeschickt. Schon bald stand der Brunch auf dem Tisch und ich hatte auch ehrlich ziemlich Hunger. Ja, und dann gab es noch einige Kleinigkeiten zu tun: Spülmaschine ausräumen, Einkaufen im Coop (Salat, Raumduft-Nachfüller, Waschgel für die empfindliche Männerhaut), Kerzen auffüllen, Paket auspacken - leider mit Glasschaden, mein Lieblingsglas, und darum musste dann auch noch der Staubsauger in Aktion treten. Irgendwann war ich dann auch damit fertig, vertraute darauf, dass Scherben Glück bringen und fragte mich: was fehlt denn da?
Richtig. Keine Hunde, kein Spaziergang? Falsch gedacht, ich kleidete mich an und machte mich auf den Weg nach Wiler. Der Emme folgend flussabwärts, eine Strecke die ich schon lange nicht mehr abgelaufen war. Zurück über die Felder, insgesamt 7,5 Kilometer - für Dylan eben schon etwas viel und darum keine echte Option mehr. Auf meinem Zähler stehen jetzt 15'236 Schritte. Viele kommen nicht mehr dazu und Morgen werden es wohl auch weniger. Morgen lassen wir bewegen, Morgen wird getanzt. Da freue ich mich schon drauf....

Freitag, 6. Dezember 2019

Freitag der...6.

Was bringt heute wohl der Samichlaus? Eine Rute vielleicht weil ich zu wenig brav war im letzten Jahr? Oder eine süsse Überraschung weil doch nicht alles ganz falsch war? Ich denke, die meisten Menschen hätten vermutlich beides ein wenig verdient. Eine Rute mit Süssigkeiten behangen, ganz wie im richtigen Leben. 
Carmen und ich sitzen zu zweit in unserem grossen Haus. Der Feierabend ist endlich da, genauso wie das Wochenende. Es ist angenehm ruhig, schon fast etwas zu ruhig für meinen Geschmack. Der Grittibänz war fein, frisch gebacken heute in der Früh von Astrid. Im Fernseher läuft eine Schnulze von Cecelia Ahern, eine Geschichte mit einem ernsten Thema, einem irischen Kobold und natürlich einer Liebesgeschichte. Unterm Strich einer meiner liebsten Filme, nicht zuletzt wegen der Musik. In einem Song heisst es da: "two steps from heaven,  two steps from hell". Zwei Schritte vom Himmel entfernt, zwei von der Hölle - so schmal ist manchmal der Grat. Der Song ist von S. J. McArdle - unnötig zu sagen, dass der in meiner Sammlung von Lieblingssongs abgespeichert ist. 
Aktuell freue ich mich auf die Sauna Morgen, einen ruhigen Samstag und den Sonntag mit meiner Familie. One step from heaven, three steps from hell, würde ich sagen...

Mittwoch, 4. Dezember 2019

Warum?

Heute im Tram an der Haltestelle Hasler: alle Türen sind schon zu, nur eine Frau steht zuhinderst, schaut zurück und fragt " müsst Dir no ine?" Ja, jetzt sehe ich den Mann, ich kenne ihn seit Jahren vom Sehen. Er ist schlecht zu Fuss aufgrund eines Handicaps. Er kann nicht wirklich gut sprechen. Er hat immer einen stabilen Transportwagen dabei, ob dieser mehr als Stütze dient oder als Arbeitsgerät? Unklar, aber er ist offensichtlich berufstätig. Chapeau! Aber bei der hintersten Türe kommt er nicht rein mit seinem Wagen. Die Frau hält immer noch die Türe auf, rät ihm eine weiter vorne einzusteigen. Er geht die zwei Meter nach vorne, Passagiere drücken den Knopf, die Tür bleibt zu und die andere schliesst sich. Zu - fertig - Abfahrt.
Gibt's denn sowas? Der Mann ist fast so bekannt wie es der Lautsprecher war. Musste das sein? Warum konnte der Tramführer die Türe nicht nochmal entriegeln? Es dauert 10 Minuten bis das nächste Tram kommt und per jedes kommt der gute Mann kaum vorwärts. Zudem war es eisig kalt heute.
Warum haben wir Passagiere das nicht schneller erkannt? Die eine Tür war ja noch offen und zumindest ich ging davon aus, dass noch nicht verriegelt war. Wir hätten die offene Tür als "Pfand" besetzen und erst wieder freigeben sollen, wenn die andere Tür dem Mann Einlass gegeben hätte. Warum war dieser Vorfall notwendig?
Warum. Diese Frage sollte man immer mehrfach stellen. Nur so kommt man Ursachen wirklich auf den Grund. Nur so findet man die Wurzel allen Übels. Vielleicht war es zu dunkel, vielleicht hatte der Tramführer nicht genau gesehen, was sich abspielte. Ich glaube an das Gute im Menschen - würde ich das nicht, hätte ich vermutlich in meiner berüchtigten, charmanten Art die Türe blockiert und mit dem Bernmobil-Personal mit Freude eine Diskussion begonnen. Mit Warum-Fragen selbstverständlich....und der Mann auf dem Trottoir wäre ein Tram früher zum Bahnhof gefahren. Mit etwas Verspätung natürlich, wegen eines diskussionsfreudigem Mit-Passagier....

Dienstag, 3. Dezember 2019

Dienstag

Heute hatte ich meinen ersten Termin um 10 Uhr am Hauptsitz der Post. Das bedeutete für mich: um halb Neun auf den halbleeren Zug, um 10 nach Neun im Espace Post im total überfüllten Cafeteria-Bereich. Antizyklisches Verhalten hat eben auch seine Schattenseiten. Die Zeit bis zur Sitzung verbrachte ich daher im Kurzzeit-Arbeitsbereich mit der Bearbeitung von Mails, Sitzungsvorbereitungen und einer kurzen Telefonkonferenz.
Der zweite Teil des Tages war am Hauptsitz von PostAuto geplant. Ich war etwas früher fertig als geplant und erwischte ohne grosse Wartezeit einen Zug zum Hauptbahnhof. Genug Zeit, am Mittag am Bahnhof Bern, der Weg führte über die Welle....ein Blitzgedanke drängte sich in meinen Kopf, genauer gesagt, drei Buchstaben: K F C. Sollte ich wirklich? Konnte ich mich wirklich zu einer Portion amerikanischen "Tschikken" verleiten lassen? Den Entscheid überliess ich dem Zufall, zu viele Leute und ich wäre wieder weg gewesen. Ich konnte aber zu meiner Überraschung direkt bestellen - am Automaten, aber so macht man das eben heute. Dann stellte ich mich in eine Ecke und wartete. Auffallend war bloss, dass minutenlang keine Bestellung ausgeliefert wurde. Ich setzte mich also mal auf einen Stuhl und wartete weiter. Irgendwann schnappte ich die Wörter " ten minutes" und "broken" auf. Aha, scheinbar war irgendwas defekt, darum die Verzögerung.
Das Essen kam dann irgendwann mal und es war so viel, dass ich am Abend immer noch satt war. Zum Glück hatte ich am Nachmittag ziemlich viel Bewegung im Büro....

Montag, 2. Dezember 2019

Geburtstag

Schon wieder ein Jahr älter. Nein, nicht ich, Schwesterherz. Und ja, man kann das so sehen - oder aber man sagt sich, schon wieder ein Jahr weißer. Die Gelenke, Muskeln, Sehnen, Bänder, einfach alles kann Schmerzen wenn man älter wird - oder man sagt sich: ich spüre meinen Körper jeden Tag intensiver. Alles eine Frage der Perspektive. Darum ist heute auch nicht der erste Tag nach dem Wochenende, sondern nur noch vier bis zum nächsten.
Jetzt ist der erste Tag auch schon vorbei, lässt den nächsten kommen...