Mittwoch, 18. November 2015

Moments

Der Zug fährt ein, viele Leute warten schon ganz ungeduldig. Wie jeden Tag sind wir offiziell zu spät, aber gemäss internem Fahrplan noch pünktlich - spielt aber keine Rolle, man muss da sein wenn der Fahrplan das gebietet. Zum Glück ist es noch nicht kalt....
Alle sind rasch eingestiegen, man will(?) ja möglichst schnell zur Arbeit....alle? Nein, da steht eine ältere Frau mit einem Hund auf dem Arm, lächelt den Zug an und wartet darauf, dass sich die Türen schliessen. Dort in der Türe steht ihr Mann auf dem Weg zur Arbeit. "Bis heute Abend" - die Türen schliessen, der Zug fährt ab. Carlos Leal würde sagen: "süss" - ich bin dankbar für solche kleine Gesten in unserer Terror-Stimmung.

So fängt ein guter Tag an, und so hört er auf: Muffins von Isabel!

Montag, 16. November 2015

Kälte

Noch ist es warm draussen an der Sonne, am Nachmittag, zu warm für die Jahreszeit. Aber es ist auch kalt in unseren Herzen wenn wir an Paris denken. Der Krieg im Nahen Osten ist bei uns in Westeuropa angekommen, mit den Tausenden von Flüchtlingen und den wenigen Extremisten die uns immer wieder in Angst und Schrecken versetzen. Das eine hat mit dem anderen direkt nichts zu tun, und doch werden die meisten Mitmenschen nun auf jeden sichtbaren Flüchtling mit Argwohn schauen, jeder Mann mit mehr als einem Dreitagebart ist ein potentieller Terrorist. Genau das beabsichtigen diese Extremisten, und fallen dabei weniger auf als die Flüchtlinge und hiesigen Muslime. Es sind teilweise junge Menschen ohne sichtbaren Anlass für extremistische Ansichten und ohne Grund für terroristische Taten. Aber es sind Menschen, die offensichtlich unzufrieden sind, ausgestossen vielleicht und verletzt; instrumentalisiert von kalten Strategen die nur eines wollen: Macht.

Es ist kalt geworden im warmen November. Zünden wir eine Kerze an die unsere Herzen wärmen soll, alle unsere Herzen. Und fürchten wir uns nicht - das Leben ist zu kurz um es mit solchen Gedanken zu verschwenden.

Freitag, 13. November 2015

Freitag der 13.

Was passiert an diesem Tag - so mancher wird sich dies heute morgen beim Aufstehen gefragt haben. Vielleicht einfach so, vielleicht aus Aberglaube. Ich habe zuallererst mal mein Horoskop gelesen wie jeden Tag (obwohl ich nicht wirklich daran glaube, aber wenn's gut ist, wird auch ein mittelmässiger Tag ein wenig besser). Alles im grünen Bereich, ein toller Tag schien mir bevorzustehen, ein toller Freitag der 13.
Freitag ist auch Lottotag und aktuell mit einem Jackpot von über 100 Millionen sollte man das auch nicht verpassen. Spielen geht auch im Zug, auf dem Tablett. Zuallererst nach dem Login die erste Überraschung: ein Gewinn vom letzten Dienstag, drei Richtige und gute 20 CHF mehr auf dem Spielerkonto. Tsaj, Freitag der 13. eben (der Gewinn allerdings war vom letzten Dienstag).

Die Reise im Zug führte mich nach Luzern an einen Innovationsworkshop. Tolles Ambiente in einem Bau von Herzog und de Meuron, im 7. Stock des Hotels Astoria. Kurzweiliger Workshop zu einem jnteressanten Thema aus der Welt des Internets. Spannende Gastreferenten aus Niederbottigen - das e-Bike von Thömus lässt grüssen. Stehlunch auf der Terrasse, kurzärmlig und ohne Sonnencrème. Am Ende des Tages wurde unsere Idee noch preisgekrönt: ein Probeweekend mit dem Stromer ist als Preis nicht zu verachten. Fazit: Freitag der 13. eben.

Jetzt steht Entspannung auf dem Programm, Fussballmatch Slowakei gegen die Schweiz. Nach einer Halbzeit steht es 1:0 für die anderen. Im Eishockey liegt der SCB 0:4 zurück, zu Hause im eigenen Stadion.

Freitag der 13. eben. Ein ganz normaler Tag....

Sonntag, 8. November 2015

T-Shirt- Wetter

Es ist Sonntag, 8. November, halb zwei Uhr. Das elektrische Schaf ist immer noch jeden Tag im Einsatz und der Rasen ist grün wie im Sommer eigentlich nie. Würden nicht die Blätter runterfallen, man wähnte sich im September; wären nicht die Tage kürzer, freuten wir uns auf die bevorstehenden Herbstferien; und stünden nicht die ersten Guetzli auf dem Tisch, wäre Weihnachten noch unendlich weit weg - es sind keine sieben Wochen mehr!

Ich mag mich nicht erinnern, dass wir je nach unseren Herbstferien so lange anhaltend schönes Wetter gehabt hätten. Wir sind einen Monat zurück und hatten eigentlich fast nur Sonne, mal mit und mal ohne Nebel. Spaziergänge gibt es aktuell mit T-Shirt und einem Gilet darüber. Die Bauern sind noch fleissig am Gras schneiden und können so einen Teil des Ausfalls kompensieren. Allerdings ist es schon wieder fast zu trocken, die Grundwasserquellen vermögen nicht mehr überall die Trinkwasserversorgung zu garantieren. Soll man sich jetzt aber Niederschläge wünschen? Oder einfach nur die sonnigen Tage geniessen?

Donnerstag, 5. November 2015

Endspurt

Jedes Jahr endet irgendwie gleich: noch so viel zu Erledigen, nur noch so wenig Tage übrig. Es ist anfangs November und es geht jetzt richtig rund:
- 20.11: Schlussessen und Rangverkündigung Satus Bümpliz
- 21.11: Boogie Woogie Abend im Bären Oberbottigen, 5 Gänge mit Wein und Musik
- 22.11: Brunch bei Chrigus Bäckerstube
- 28.11: Klassenzusammenkunft in Thun
- 09.12: Weihnachtsessen PostAuto (mit Anhang)
- 12.12: Spaghetti-Essen Satus Bümpliz

Wahrscheinlich sind das noch gar nicht alle Termine, zudem möchten wir ja auch noch Guetzli backen, vielleicht einen Grittibänz und last but not least gibt es da noch die Arbeit im Büro zu erledigen.....

Jedes Projekt endet irgendwie gleich: noch so viel zu Erledigen, nur noch so wenige Tage übrig. Es ist anfangs November und zum Jahreswechsel ist die Einführungsphase in einem der grössten PostAuto-Projekte vorgesehen. So wie es aussieht, folgt auf den warmen Herbst nun auch noch ein heisser Winter.

Und das beste daran: in diesem Jahr treffen beide Konstellationen gleichzeitig ein. Freude herrscht....

Freitag, 30. Oktober 2015

Herbst

Jede Jahreszeit hat ihre Vorteile, ihre Anhänger (social-media-konform: follower) und ihre Zeit. Wie im Leben eines Menschen die Abschnitte kann einem die eine Jahreszeit gestohlen bleiben, eine andere hingegen gar nicht lange genug dauern - sie kommen und gehen trotzdem. Als Kind wollte ich immer älter werden, heute möchte ich lieber jung bleiben aber nicht unbedingt nochmals jung sein. Als im Frühjahr Geborener ist das meine liebste Jahreszeit, auch wenn mir eigentlich alles rund um den Sommer gefällt. Auch die Wintermonate in Australien waren toll - war ja dort gerade Sommer zu dieser Zeit.

Nun, aktuell ist Herbst und es ist recht mild. Kaum Frost in der Nacht, Tageshöchsttemperaturen über 10° - so stellt man sich einen gemütlichen Übergang von Sommer zu Winter vor. Aufhalten kann man diesen Prozess genauso wenig wie das Altern, wäre es im Moment saufeucht und arschkalt, könnten wir das trotzdem nicht ändern. Es bleibt uns nur, die schönen Momente zu geniessen, im Herbst und im Älterwerden....

Donnerstag, 29. Oktober 2015

Zeit

Die Zeit vergeht nur allzu rasch, schon ist wieder Herbst und in wenigen Wochen steht Weihnachten vor der Tür. Leider ist die Zeit für meinen Schwiegervater kurz nach unseren Ferien abgelaufen. Für mich ziemlich unerwartet, plötzlich war er im Spital, operiert und in nicht allzu gutem Zustand - und plötzlich half auch alles Hoffen und Beten nichts mehr.

Klar, es war "nur" der Schwiegervater, aber es war eben auch Franz. Und Franz kannte ich schon seit 1988, und das ist eine lange Zeit. Klar wollte ich in erster Linie meiner Frau eine gute Stütze sein, aber es trifft einen eben auch sehr persönlich und schmerzt. Und wenn wir auch alle wissen, dass jedem seine Zeit kommen wird, stellt sich immer die Frage: muss es gerade jetzt sein, muss es gerade so sein, hätte man etwas anders machen können?

Es kommt nicht oft vor, dass ich mich an Träume erinnere, aber letzte Woche ist es wieder mal passiert. Träumen ja, aber die Erinnerung daran verblasst meist schon beim Aufwachen. Diesmal war ich eigentlich noch am Träumen und gleichzeitig schon wach. Ich war aber auch ganz froh, aufgewacht zu sein....

Stell Dir vor, Du sitzt auf einem Stuhl, an einem Schreibtisch, einer Ärztin gegenüber. Frag mich keiner warum Ärztin, vielleicht ist das ein heimlicher, unerfüllter Wunsch.... Jedenfalls sagt die Dame, sie würde mich gleich da behalten, für immer und dass meine Zeit schon fast abgelaufen wäre. Aber warum denn, mir geht es doch prächtig? Das könne jederzeit und werde schon bald ändern, ein plötzlicher Blutsturz könne jederzeit eintreten und sei zu erwarten - alles eine Frage der (wenigen) Zeit. Ich weiss nicht einmal, was ein Blutsturz ist und ob dieses Wort überhaupt existiert..... Jedenfalls macht so was natürlich Angst und löst zahlreiche Gedanken aus. Ich sehe mich auf dem Stuhl zum Fenster rausschauen, überlege was das für uns bedeutet und das einzige was mir durch den Kopf geht: "nun muss meine Frau alleine mit dem Wohnmobil in die Ferien fahren  - wenn sie das alleine überhaupt noch will". Draussen, oder vor meinem geistigen Auge sehe ich einen alten verlotterten Wohnwagen vorbeifahren, die Seitenwände wackeln, das Dach hält nur noch an zwei Wänden.....

Wer sowas träumt und am Morgen noch weiss, hat nicht unbedingt einen Traumstart in den neuen Tag. Die Gedanken kreisen, ja, es war nur ein Traum, es steht ein Vollmond bevor und die Ereignisse der letzten Zeit haben sicher auch ihre Spuren hinterlassen. Jetzt soll mir bloss keiner mit einer Traumdeutung kommen, ich will gar nichts davon hören. Ich habe keine Zeit für solche Träume....