Freitag, 7. September 2018

Herrenschwand

Gestern war ich in Schwarzenburg an einem Ausbildungstag mit dem Thema "Stabsarbeit Krisenmanagement". Das lässt (richtig) vermuten, dass ich Mitglied im Krisenstab PostAuto bin. Zwar nur die Nummer drei in meinem Ressort, aber erstens braucht es einen Dreischichten-Betrieb (man rechne 24:8) und zweitens gehen uns ja langsam die Führungskräfte aus - und die sind im Krisenstab PostAuto eben auch prominent vertreten. Die Krise ist also eigentlich schon da....
Wir haben unter anderem ein Video von der letztjährigen Übung hier im Haus gesehen. Da kannte ich alle Gesichter und musste leider immer wieder sagen: der ist nicht mehr da, dieser auch nicht, der ist weg....De facto haben wir also ungefähr noch zwei Drittel des Krisenstabs zur Verfügung, da wäre also improvisieren gefragt. Das haben wir dann auch in Schwarzenburg gemacht nach einem grossen Theorieblock (am Morgen) bei der Übung (am Nachmittag). Wir waren 5 Leute und mussten die Chargen ja irgendwie abdecken.
Aber was war denn eigentlich passiert? Ein Wohnblock in Herrenschwand war explodiert, ein PostAuto genau davor (Haltestelle) war umgekippt und ausgebrannt. Mit 6 Toten und 21 Verletzten wäre das noch keine Krise, sondern "nur" ein Notfall. Aber die Frage war: was war genau der Auslöser der Explosion? Das Haus, das PostAuto? Da wir keine Wasserstoff-Busse mehr im Einsatz haben, wäre eine Explosion des PostAutos potentiell ein terroristischer Anschlag - und damit war der Krisenstab gefordert.
Dieser hat als erstes mal festgehalten, dass es sich um Herrenschwanden handelte - nicht um Herrenschwand. Da müssen wir schon genau sein, besonders in Zeiten von fake news....Dann ging es allerdings los mit harter Arbeit. Der Stabschef verlangte von uns Vorschläge, wie wir bei dieser potentiellen Bedrohung unsere Fahrzeuge und Passagiere wirkungsvoll schützen könnten. Ohne grosses Aufsehen zu erregen wohlverstanden.
War eine tolle Übung, interessant, mit sehr sympathischen Instruktoren des BABS. Hoffen wir mal, dass wir das nie in der Realität anwenden müssen.
PS: das mit dem Bustransfer nach dem Abschluss der Übung ging dann leider in die Hose, war aber keine Krise. Der Bahnhof ist auch zu Fuss erreichbar, dauert einfach 20-25 Minuten - aber da war das Wetter ja noch ok....