Freitag, 30. Oktober 2015

Herbst

Jede Jahreszeit hat ihre Vorteile, ihre Anhänger (social-media-konform: follower) und ihre Zeit. Wie im Leben eines Menschen die Abschnitte kann einem die eine Jahreszeit gestohlen bleiben, eine andere hingegen gar nicht lange genug dauern - sie kommen und gehen trotzdem. Als Kind wollte ich immer älter werden, heute möchte ich lieber jung bleiben aber nicht unbedingt nochmals jung sein. Als im Frühjahr Geborener ist das meine liebste Jahreszeit, auch wenn mir eigentlich alles rund um den Sommer gefällt. Auch die Wintermonate in Australien waren toll - war ja dort gerade Sommer zu dieser Zeit.

Nun, aktuell ist Herbst und es ist recht mild. Kaum Frost in der Nacht, Tageshöchsttemperaturen über 10° - so stellt man sich einen gemütlichen Übergang von Sommer zu Winter vor. Aufhalten kann man diesen Prozess genauso wenig wie das Altern, wäre es im Moment saufeucht und arschkalt, könnten wir das trotzdem nicht ändern. Es bleibt uns nur, die schönen Momente zu geniessen, im Herbst und im Älterwerden....

Donnerstag, 29. Oktober 2015

Zeit

Die Zeit vergeht nur allzu rasch, schon ist wieder Herbst und in wenigen Wochen steht Weihnachten vor der Tür. Leider ist die Zeit für meinen Schwiegervater kurz nach unseren Ferien abgelaufen. Für mich ziemlich unerwartet, plötzlich war er im Spital, operiert und in nicht allzu gutem Zustand - und plötzlich half auch alles Hoffen und Beten nichts mehr.

Klar, es war "nur" der Schwiegervater, aber es war eben auch Franz. Und Franz kannte ich schon seit 1988, und das ist eine lange Zeit. Klar wollte ich in erster Linie meiner Frau eine gute Stütze sein, aber es trifft einen eben auch sehr persönlich und schmerzt. Und wenn wir auch alle wissen, dass jedem seine Zeit kommen wird, stellt sich immer die Frage: muss es gerade jetzt sein, muss es gerade so sein, hätte man etwas anders machen können?

Es kommt nicht oft vor, dass ich mich an Träume erinnere, aber letzte Woche ist es wieder mal passiert. Träumen ja, aber die Erinnerung daran verblasst meist schon beim Aufwachen. Diesmal war ich eigentlich noch am Träumen und gleichzeitig schon wach. Ich war aber auch ganz froh, aufgewacht zu sein....

Stell Dir vor, Du sitzt auf einem Stuhl, an einem Schreibtisch, einer Ärztin gegenüber. Frag mich keiner warum Ärztin, vielleicht ist das ein heimlicher, unerfüllter Wunsch.... Jedenfalls sagt die Dame, sie würde mich gleich da behalten, für immer und dass meine Zeit schon fast abgelaufen wäre. Aber warum denn, mir geht es doch prächtig? Das könne jederzeit und werde schon bald ändern, ein plötzlicher Blutsturz könne jederzeit eintreten und sei zu erwarten - alles eine Frage der (wenigen) Zeit. Ich weiss nicht einmal, was ein Blutsturz ist und ob dieses Wort überhaupt existiert..... Jedenfalls macht so was natürlich Angst und löst zahlreiche Gedanken aus. Ich sehe mich auf dem Stuhl zum Fenster rausschauen, überlege was das für uns bedeutet und das einzige was mir durch den Kopf geht: "nun muss meine Frau alleine mit dem Wohnmobil in die Ferien fahren  - wenn sie das alleine überhaupt noch will". Draussen, oder vor meinem geistigen Auge sehe ich einen alten verlotterten Wohnwagen vorbeifahren, die Seitenwände wackeln, das Dach hält nur noch an zwei Wänden.....

Wer sowas träumt und am Morgen noch weiss, hat nicht unbedingt einen Traumstart in den neuen Tag. Die Gedanken kreisen, ja, es war nur ein Traum, es steht ein Vollmond bevor und die Ereignisse der letzten Zeit haben sicher auch ihre Spuren hinterlassen. Jetzt soll mir bloss keiner mit einer Traumdeutung kommen, ich will gar nichts davon hören. Ich habe keine Zeit für solche Träume....

Sonntag, 20. September 2015

Zeit für Ferien

Die Nächte werden länger und die Tage kürzer. Am Morgen ist es schon wieder ziemlich dunkel, wenn man auf dem Perron steht und der Zug zur Arbeit einfährt. Es geht auch nicht mehr ohne Jacke, die man dann bei schönem Wetter nach Feierabend nach Hause tragen muss - ausser, es regnet oder man kommt sehr spät heim. War es vor einem Monat um halb sieben Uhr fast noch zu warm fùr den Abendspaziergang, ist es jetzt gerade noch angenehm an der untergehenden Sonne. Kurz: Zeit dem Sommer etwas nachzureisen und noch etwas Meerluft zu schnuppern, Zeit für Ferien.

In diesem Jahr geht es erst am Dienstag los, da kam uns noch ein Weiterbildungstag dazwischen. Dafür geht's dann gleich bis in die Ardèche, weil auf dem Coin Tranquille diese Woche das Restaurant Dienstag und Mittwoch geschlossen hat. Wozu also diesen Zwischenstopp einlegen....
Morgen werden wir aber nochmals an Zwiebel und Kartoffelfeldern, an Mais und Zuckerrüben, an Karrotten und einfachen Grasfeldern vorbeilaufen - vieles ist schon abgeerntet, aber noch nicht alles. Und die Hunde werden noch lange was zum Knabbern auf den Feldern finden, auch nach den Ferien...

Montag, 14. September 2015

Campingzeit

Wer dieser Tage über unsere Feldwege läuft, sieht vielerorten Bauern bei der Arbeit. Es gibt ja auch viel zu tun, Kartoffeln ernten, pflügen, neu ansäen.... Aber offenbar gibt es auch ruhigere Zeiten. Zumindest auf dem Feld, an welchem ich heute Nachmittag vorbei gelaufen bin. Dort standen.... aber seht doch gleich selber.

Sonntag, 13. September 2015

Erntezeit

Die Felder sind zunehmend abgeerntet, wo eben noch Kartoffelpflanzen in langen Reihen die Sonne (und den Regen!) genossen haben, liegen zahllose Überbleibsel unserer Überfluss-Gesellschaft nun auf den Feldern rum. Zu gross, zu klein, zu rund, zu eckig - ich weiss es nicht, aber man könnte eine Menge Menschen damit ernähren. So freut es eben die Hunde, sie suchen sich die besten Stücke raus. Genauer gesagt, macht das Skipper. Dann rennt er wie ein Gestörter davon, immer darauf achtend, dass Dylan im folgt. Irgendwo wird dann gefressen und was runter fällt, das schnappt sich der Dylan. Ein Spiel eben, eines das für beide stimmt.

Nebenan riecht es nach Zwiebeln. Kein Wunder, da liegen ja auch welche - genauer gesagt: viele, auf einem abgeernteten Feld. Zwiebeln fressen die Hunde keine und wir getrauen uns nicht, welche einzupacken. Das wäre ja auch Unrecht - so bleiben sie halt liegen bis sie irgendwann untergepflügt werden. Wenigstens kann sie der Mensch so nicht wegwerfen.....
Beim Mais ist das anders, der wird komplett auf dem Feld geerntet, da bleibt alles zurück ausser den gelben Körnern. Dafür hat es bis im Februar Rüebli, zeitweise (tief)gefroren und so oder so von den Hunden gerne gefressen.

Tsja, so ist das eben hier bei uns - wenigstens wird den Bauern noch nicht die Ernte von den Feldern geklaut wie letztes Jahr in Spanien....

Freitag, 28. August 2015

Verspätung

Na das fängt ja gut an heute: ich steh am Bahnhof, etwas zu früh zugegeben, und mein Zug ist noch nicht mal in der Gegenrichtung durchgefahren. 9 Minuten Verspätung, macht 30, dann noch nach Wiler, 32, Führerstandwechsel, 33, ab nach Utzenstorf, 35 - müsste aufzuholen sein. Aber egal, ich fahre doch einfach schon mal mit nach Wiler, hab ja ein GA. Und tatsächlich, in Burgdorf ist alles schon wieder im Lot, in Bern Wankdorf fahren wir sogar ein paar Minuten zu früh ein... und warten,... und warten....., Lautsprecherdurchsage "wir warten auf einen Gegenzug" (hä, um viertel nach neun?),.. warten, dann endlich fährt er los bis auf die Brücke. Dort stehen wir, und warten,.... und warten.... ok, nicht mehr soo lange, einfach zwei Züge müssen noch raus bevor wir rein können. Am Schluss sind wir dann wieder sechs Minuten zu spät, netto drei Minuten aufgeholt, geht ja noch.

Der Typ in Wiler hat doch einiges mehr an Zeit verloren. Fragt er doch beim Einfahren in den gare terminus ob dieser Zug nach Sumiswald fahre. Mein lieber Scholli, natürlich, ja, irgendwann nach 20 Uhr wenn in Burgdorf die erste Komposition ins obere Emmental fährt (vorher ist es eben die zweite) Bis dahin müsste er pendeln, Wiler, Thun, Wiler, Thun,... und dann vielleicht Sumiswald (vielleicht auch nochmal Wiler, Thun). Man könnte aber auch wie empfohlen die Anschriften beachten, den Ansagen zuhören und...umsteigen. Egal, eine Stunde ist sicher schon mal weg. Und obendrein gibt's in der Buchmatt, eine Station bevor er wieder auf "seiner" Strecke wäre, auch noch eine Kontrolle. Wenn, dann richtig....

Sonntag, 23. August 2015

Hoch hinaus

Dieser Sommer ist warm, ja schon eher heiss und sehr trocken. Der Rasen ist an vielen Stellen strohfarben statt grün - wo er grün ist wurden grosse Mengen Trinkwasser (?) dafür eingesetzt. Unsere Gletscher schmelzen also quasi in unsere Ziergärten, nicht nur, aber eben auch. Vielleicht sind wir dann irgendwann froh, wenn es noch genug Wasser für die Landwirtschaft hat. Die benötigt nämlich auch so einiges an Wasser und die Hobbygärtner wie ich eben auch. Tomaten und Zucchetti wollen regelmässig Wasser, sonst werden sie bitter, faulen, bleiben kleinwüchsig oder platzen auf. Man hat ja gerade diese Woche gelesen, was eine Zucchetti in einem trockenen Sommer angereichert mit Schadstoffen aus dem Boden bewirken kann....

Nun, bei uns sind die Zucchetti immer gewässert worden - in der Ferienzeit von der Jungmannschaft und dann vermutlich etwas anders - man sieht ihnen die unregelmässige Bewässerung an. Die spät gepflanzten Erdbeeren kamen gerade so über die Runden und wachsen erst jetzt - bei angenehmeren Temperaturen - so richtig an und breiten sich aus. Bohnen haben wir auch, aber die werden auch nicht sehr gross - da haben wir mit gleichviel Pflanzen schon viel mehr Ertrag gehabt.
Einzig die Tomaten wollen hoch hinaus; gut platziert an der Südfassade, gleich neben dem Wasserhahn und unter unserer wuchernden Glycinie, scheinen sie den Sommer zu lieben. Im Normalfall werden die Pflanzen ungefähr so gross wie ich und bleiben damit passend unter der Glycinie - in diesem Jahr wachsen sie einfach durch und oben weiter. Bin dann mal gespannt, wie wir diese Früchte ernten wenn sie reif sind....