Sonntag, 11. Oktober 2020

Einfach nur Herbst

Mann ist das frisch heute Morgen!
Das Wohnmobil stand von gestern noch auf dem Parkplatz. Das musste noch ins Winterquartier - wobei ich jetzt gerade merke, dass die Nummernschilder noch dran sind. Da habe ich wohl wieder mal was nicht notiert und darum vergessen. Zeit hätte ich genug gehabt, aber da ich mit dem Scooter unterwegs bin, fehlt mir noch etwas das Zeitgefühl. Nun, das ist nicht so schlimm, gibt dann einen Spaziergang, wenn der goldene Herbst vielleicht doch noch kommt. Und sonst....mit der nächsten Mobility-Fahrt.
Zum Bauernhof bin ich gerade mal mit 40 gefahren. Sonntagmorgen, dichter Nebel, kurz vor Neun und über kleine Nebenwege - da kann schon mal ein Tier in die Quere kommen. Nun ist das Wohnmobil am Strom, die Wasserhähne sind offen, der Kühlschrank ist es auch, die Frontscheibe ist abgedeckt....nur die Nummernschilder eben. Dann ging's mit halber Geschwindigkeit - der Scooter darf nur 20 - weiter zum Bahnhof. Aefligen weil etwas näher und vor allem in der richtigen Richtung. Und auf dieser Fahrt wurde es dann mühsam. Der dichte Nebel führte zu einer vertropften Brille, Scheibenwischer wie beim Wohnmobil kennt das Utensil nicht. Ich lugte mal wieder oberhalb der Brille auf die Strasse, viel mehr sah ich wegen dem Nebel aber nicht. Dazu kam, dass ich natürlich keine Handschuhe dabei hatte. Und bei diesen Temperaturen im Nebel bei flotter Fahrt, wurden die Finger ziemlich klamm.
Jetzt warte ich auf den Zug, geniesse die Sonne welche sich langsam durchsetzt, und denke mir: hättest auch etwas früher hervorkriechen können.

Samstag, 10. Oktober 2020

An Tagen wie diesen...

Wenn ich mir die Bilder vergangener Jahre anschaue, dann findet sich in der ersten Oktoberhälfte ein klares Muster. Am 10. Oktober 2017 beispielsweise habe ich dieses Foto geknipst:

Es zeigt einerseits, dass ich im Herbst oft in den Ferien war. Es repräsentiert aber auch viel, was mir in diesem Jahr unterm Strich gefehlt hat: Frankreich, Spanien, Sand, und vor allem das Meer. Corona lässt das im Moment kaum zu, aber dieses Virus werden wir hoffentlich im nächsten Jahr einigermassen unter Kontrolle haben. Auch wenn vielleicht nicht alle Massnahmen aufgehoben sein werden - im nächsten Jahr muss ein Ausflug ans Meer möglich sein. Die Masken wollen ja schliesslich aufgebraucht werden, sonst landen sie irgendwann im Müll.
Spanien besuchen geht nicht? Dann muss halt Spanien zu mir kommen. Deshalb habe ich etwas Fisch gekauft und taue gerade eine Portion Meeresfrüchte auf. Heute gibt's eine Paella zum Abendessen, dazu ein Glas Vino tinto - und wenn's hoch kommt, vielleicht noch einen Carlos als Verdauer. Zum TV-Programm würde ja eine spanische Cerveza besser passen - aber das hat's erstens in meinem Kühlschrank nicht, und zweitens soll man dem Wein kein Bier folgen lassen, oder?

Freitag, 9. Oktober 2020

Frei-Tag

Ich hatte für dieses Wochenende geplant, einen letzten Ausflug mit dem Wohnmobil zu machen. Viel habe ich ja nicht geschafft in diesem Jahr: zweimal Berner Oberland, das war's dann schon. Und auch dieser letzter Trip fällt zuemlich flach aus. Es reicht gerade mal für einen Tagesausflug nach Bern. Zu viele Punkte passen einfach nicht, das Wetter ist kühl und nass, Carmen's Velo muss nach Bern und eine ganze Ladung Material zurück nach Utzenstorf,  der Sonntag ist auch schon gebucht. Es soll wohl einfach nicht sein im 2020, ich war gerade einmal gefühlte 5 Kilometer im Ausland, in Rheinfelden im Januar. Kein Frankreich, kein Spanien, kein Meer.
Die Situation scheint sich nun wie erwartet wieder zuzuspitzen. Wir sind wieder in der Situation, dass empfohlen wird, nach dem Sport zu Hause zu duschen. Für mich keine echte Option, ich muss ja mit dem öV nach Hause und wer mich kennt, der weiss auch wie stark ich schwitze. Dass nun vermehrt Masken getragen werden müssen, ist nachvollziehbar und nicht unerwartet. Weihnachtsfeiern zu dritt würden dann aber wohl ein Familienmodell fördern, das man eigentlich nicht will. 2020 ist wirklich ein herausforderndes Jahr, mit vielen Überraschungen und wenig Konstanten. Das traute Heim hat an Bedeutung gewonnen, wegen Homeoffice und weil Ferien etwas schwierig geworden sind. 
Und so fährt dann mein Wohnmobil Morgen die letzte Fahrt für diese Saison, Bern retour mit Umweg über die Entsorgungsstation im Grauholz. Im nächsten Jahr sollen es dann wieder richtige Ferien werden - so Corona will.

Donnerstag, 8. Oktober 2020

Elektromobilität

Seit einiger Zeit frage ich mich, wie die kurzen Strecken im urbanen Bereich am einfachsten zurückgelegt werden können. Zum Beispiel vom Bahnhof Tiefenau in das Bürogebäude in der Engehalde. Oder vom Bahnhof Wankdorf zur Polygonstrasse. Laufen geht natürlich, aber nicht so schnell und mir oft nicht schnell genug. Manchmal wäre ein Publibike eine Lösung - das eigene Fahrrad steht ja zu Hause und nicht dort, wo ich es benötigen würde. Mitnehmen im Zug? Nicht ganz so einfach, und kostenpflichtig. Last but not least: wie komme ich im nächsten Jahr zum Wohnmobil? Zug bis Aefligen, und dann?
Nun, der ungeduldige urbane Stadtmensch von heute hat dafür eine Lösung: man stellt sich auf eine flache Batterie, ergreift den Lenker, bringt mit einem kräftigen Tritt die beiden Räder in Schwung und drückt den Gashebel voll durch - hui, ab geht die Post. Sieht dann so aus das Teil und nennt sich.... Elektro-Scooter!

Das Teil ist einfach nur ein Spassmacher. Gestern bin ich zu Fuss damit an die Tankstelle, nicht zum Auftanken, sondern zum Aufblasen. Dei Luftreifen werden mit 1 bar Druck ausgeliefert - unfahrbar. Mit knapp 3 bar ging's dann flott zurück nach Hause mit 20 km/h. Dort riegelt das Teil ab, dafür darf man damit auf die Strasse. Regeltechnisch ist das ein E-Bike und ich darf damit überall durch, wo ein Fahrrad fahren darf. Abgeriegelt hat auch die Bremse etwas stark, jetzt nach dem Justieren passt das besser. Einziges Fragezeichen im Moment: wie zeigt man einen Richtungswechsel an, wenn man gemäss Anleitung beide Hände am Lenker halten soll? Das Teil hat eine Klingel, ein Vorder- und Rücklicht, aber keine Blinker. Egal, ich fahre damit ohnehin nur verkehrsarme Nebenwege...

Mittwoch, 7. Oktober 2020

Schnäggeposcht

Mein Rücken scheint Gedanken lesen zu können - oder so. Jedenfalls passiert es mir nicht zum ersten Mal, dass alleine die Androhung eines Arztbesuchs zu einer plötzlichen Verbesserung des allgemeinen Gesundheitszustands führt. Der Gedanke daran scheint eine Art Selbstheilung auszulösen - irgendwie spassig. Nun, wenigstens etwas - aber wir wollen es mal nicht übertreiben damit. Der Rücken würde mir für etwas Entlastung danken....
Gesundheit scheint das Thema der Stunde zu sein. Früher unterhielt sich der Sportreporter im Studio mit dem Fussball-Experten über taktische Fragen und Formstände der Spieler. Diese fehlten wegen Adduktoren-Problemen oder einer Zerrung. Heute sprechen sie über alte und neue Covid-19-Infektionen und die angewendeten Schutzmassnahmen. Früher ging man ins Restaurant, verbrachte eine gemütliche Zeit mit ein paar Freunden, und ging dann gesättigt (Gruss vom Rücken) und zufrieden wieder von dannen. Heute setzt man am Eingang die Maske auf, legt sie am Tisch wieder ab, zieht sie an wenn man auf's WC geht, legt sie wieder ab am Tisch, zieht sie an beim Verlassen des Lokals, draussen wieder weg damit, an der Tramstation verwandelt sich man wieder in eine OP-Hilfe und beim Aussteigen zu Hause fühlt man sich schon wie ein Arzt. Dass beim medizinischen Personal die Utensilien nach jedem Gebrauch weggeworfen werden, scheinen einige Zeitgenossen übernommen zu haben. Dass sie im Spital nicht einfach auf dem Boden landen, scheinen sie auszublenden. Früher ging man ins Coop um rasch etwas einzukaufen. Heute heisst es warten bis die Ampel auf Grün wechselt, Maske  aufsetzen, eintreten, Hände desinfizieren, einkaufen. Und immer schön die Argusaugen auf die Konkurrenz im Laden richten - die will man sich vom Leib halten, 1,5 Meter mindestens.
Versteht mich nicht falsch - ich kritisiere das nicht - ich habe nur keine Freude daran. Mit meinem Kampfgewicht (Gruss vom Rücken) bin ich wohl auch nicht gerade risikofrei unterwegs in Bezug auf eine Corona-Infektion. Aber wie das genau gemeint ist, was die Post von Monsieur Escargot heute verkündet hat, kann ich mir praxisnah noch nicht so plastisch vorstellen: Maske tragen in Sportanlagen (z.B. Fitnesscentern) ist "nur" vorgeschrieben in den Räumen, wo kein Sport betrieben wird. Beispielsweise am Empfang, in Garderoben. Gretchenfrage: wie zieht man sich um, mit Maske auf? Oder gilt Umziehen als Sport? Und welche Sportart praktiziert man/frau unter der Dusche? Bitte keine voreiligen Schlüsse, auch im Fitnessclub der Migros sind die Garderoben geschlechter-getrennt. Und nun noch meine Lieblingsfrage...Maske oder Sport in der Sauna?

Passieren kann uns aber eigentlich nicht allzu viel. Die Covid-Tests werden rar, damit können die Zahlen nur endlich ansteigen - und man verlässt sich ja auf die Statistik, unter anderem die Teststatistik.

Dienstag, 6. Oktober 2020

Alltag

Dienstagmorgen, ich sitze im Zug nach Bern. Bei Carmen scheint alles im Lot, die Kisten sind ausgeräumt und stehen bereit zur Abholung. Das Velo muss im Gegenzug nach Bern, dazu ein paar Kleinigkeiten, welche sich am letzten Samstag irgendwo im Haus versteckt hatten. Ein klarer Fall für mein Wohnmobil, zumal ich dieses ohnehin noch winterfest machen muss. Die geplante letzte Ausfahrt am Wochenende? Geschenkt!
Carmen hat sich gestern kurz gemeldet: sie müsse noch ins Ikea und würde dann vorbeikommen und sich die gestrandeten Gegenstände anschauen. Ins Ikea will ich auch noch, sobald das grosse, schwarze Kallax-Gestell wieder verfügbar ist. Das sollte in den nächsten Tagen der Fall sein - dann geht das Termin-Jonglieren wieder los. Eine gute Abwechslung zum Zügelwagen-Tetris von letztem Samstag. Mein Plan, bereits am Freitagabend die Fahrt nach Bern zu machen, geht nicht auf: da hat Carmen bereits einen Termin. Wäre schön und trocken gewesen,am Samstag soll wieder Umzugswetter Trumpf sein.
Dann muss ich vermutlich auch noch einen Arzttermin suchen. Die Rückengeschichte will nicht besser werden und weil es dabei weniger um Bewegungen geht, dafür viel um den Füllstand meiner Lungenflügel, bin ich jetzt -nach einer Woche ohne grosse Veränderung - doch leicht beunruhigt. Mal sehen, wann Frau Doktor Zeit hat, und was sie dazu meint...

Sonntag, 4. Oktober 2020

Und jetzt?

Bei klinischen Studien erhalten die einen Patienten ein Medikament, die anderen nur ein Placebo. Und ich denke, dass auch Menschen welche das Placebo erhalten, oftmals glauben eine Wirkung zu verspüren. Macht Sinn, eine Wirkung hat ja nicht nur mit schulmedizinischen Massnahmen zu tun - glaube zumindest ich.
Nun war ich also heute den ersten Tag alleine zu Hause. Also, das war ich schon des öftern, aber jetzt wohne ich hier alleine, die sind nicht bloss in den Ferien und kommen wieder zurück. Ich habe also heute nur für mich gekocht, nur meine Wäsche gewaschen, das leere Zimmer von Carmen nochmals gesaugt (und alle anderen Räume im Haus, ausser dem Dachzimmer), und das eine oder andere umgeräumt. Daneben habe ich den ganzen Tag darauf gewartet, irgendeine Wirkung zu spüren. Am Ende des (ersten) Tages darf ich sagen: es ist nicht so viel anders als mit Carmen. Ja, die gemeinsamen Mahlzeiten, ein paar fremde Gegenstände im Haus - das war's dann aber auch schon. Würde ich mehr verspüren, wär's wohl ein Placebo-Effekt.
Im Dachzimmer hat es jetzt noch ein Bügelbrett, ein Sideboard und drei Pflanzen. Das Zimmer von Carmen ist leer, das von Isabel werde ich im November ausräumen. Da verschwinden noch ein Pult, eine Kommode und ein Schrank - das Bett bleibt und wird gezügelt. Die restlichen Räume sind "entschlackt" und ich spiele mit dem Gedanken, im November auch noch die Wohnwand in Einzelteile zu zerlegen und zu entsorgen. An deren Stelle würde das Sideboard aus dem Dach und ein neues Gestell treten. Denn dieses kommt von Ikea, und wenn es das im Oktober endlich wieder zu kaufen gibt, muss ich wohl zuschlagen. Da schlafe ich aber nochmals drüber, bei diesem Plan passt noch nicht alles zusammen....