Aktuell geht es in eine andere Richtung. Die Tage werden kürzer, die Temperaturen sinken, die letzten Blätter fallen von den Bäumen, der Winter naht. Ich bin gespannt, was alles noch möglich sein wird in dieser Zeit. Das Lichtspektakel am Bundeshaus ist schon mal nichts geworden, ob es einen Weihnachtsmarkt geben wird, ist noch unklar. Spengler-Cup? Vergesst es, nicht in diesem Jahr. Weihnachtsessen mit den Arbeitskollegen? Fehlanzeige. Da kann man eigentlich nur noch hoffen, dass der Winter nicht allzu lange dauern wird. Und, dass wir ihn gesund überstehen.
Sonntag, 25. Oktober 2020
Letzte Fahrt im 2020
Wie viele Meter das wohl waren? Ich schätze mal eine Fahrzeuglänge vor, und eine zurück, insgesamt etwa 12 Meter - und erst noch ohne Nummernschild. Ich habe das schöne Wetter heute genutzt, um die Markise am Wohnmobil zu trocknen. Dazu musste ich eben aus dem Unterstand raus, damit die Markise ausgefahren werden konnte. Dabei kam noch ein letztes Mal Camperstimmung auf. Nun ist die Saison endgültig zu Ende, eine Saison mit keiner einzigen Fahrt ins Ausland. Und in der Schweiz gab's einen Ausflug ins Thurgau und eine Fahrt ins Ikea Rothenburg. Der Rest spielte sich im Kanton Bern ab - ob das nun positiv oder negativ zu bewerten ist, liegt im Auge des Betrachters. Ich gehe davon aus, dass mit dem Einlösen der Nummernschilder so Einiges wieder auf die richtige Spur kommen wird: der Umzug in die neue Wohnung, eine Impfung gegen Corona, vielleicht sogar Ferien im Ausland nach dem Sommer.
Samstag, 24. Oktober 2020
Nimm Dir das Leben...
Was zum Henker.... dachte ich mir zuerst. Was will uns Udo damit sagen?
Gestern war ich gefühlt etwas spät dran. Ich machte irgendwas am Abend, aber nichts so richtig. Ein wenig Fussball aus Kriens, etwas Eishockey aus Bern, dann 10vor10 und schliesslich die Arena. Mit Frau Rickli aus Zürich, die ich politisch nicht besonders mag, die mir gestern als Regierungsrätin des Kantons Zürich aber imponiert hat. Man merkte klar, dass sie als Gesundheitsdirektorin gerne strengere Massnahmen eingeführt hätte; trotzdem blieb sie immer ein loyales Mitglied der Gesamtregierung. Und sie konterte jegliche Angriffe souverän und gelassen.
Aber zurück zu Udo. Nach der Arena war mein Weinglas noch nicht leer, ich suchte also nach etwas leichter Fernsehkost. Und ich wurde fündig auf RBB: ein Konzert aus dem Jahr 2017, aus "Laipzisch", Udo Lindenberg hatte zu seinem 70sten verschiedenste Gäste eingeladen. Unter anderem die Stefanie aus dem Wallis.... Und da singt er dann plötzlich dieses Lied, ich traute meinen Ohren zuerst nicht. Dann hörte ich einfach weiter und merkte, ich hatte was ganz falsch interpretiert:
"Nimm dir das Leben"
Soweit, so schlecht - das passt doch gar nicht zu Udo, schon gar nicht mit 70
"und lass es nicht mehr los"
Aha!
"Denn alles was du hast, ist dieses eine bloss
Nimm dir das Leben, gib's nie wieder her
Denn wenn man es mal braucht, dann findet man's so schwer"
Passt doch irgendwie in die heutige Zeit, denn auch wenn man es zuerst nicht sieht - der Song handelt von der Liebe zum Leben. Blöd an der Geschichte ist eigentlich nur, dass Udo so richtig alt geworden ist. Und somit auch ein Spiegel mehr für das eigene Älterwerden. Aber....still rocking. Bei mir wurde es dann gestern dafür so richtig spät...
Freitag, 23. Oktober 2020
Zu Null
Pause in Kriens, der FC Thun führt 1:0 im Auswärtsspiel. Der Match wird übrigens übertragen auf Teleclub Zoom, dem Gratiskanal. Auf MySports kommt SCB gegen Biel, mit dem gleichen Resultat bin ich eingestiegen. Jetzt steht es 4:0. Schon fast etwas viel Sport im Fernsehen, und im Moment gibt es wieder Sport in Reinkultur: man hört das Knirschen der Kufen auf dem Eis, die Zurufe von der Bank und beinahe das Schlürfen der wenigen Zuschauer beim Kaffeetrinken. Oder kriegt man gar keinen Kaffee mehr im Stadion? Egal, ab Morgen ist das ohnehin Makulatur, keine Zuschauer beim Eishockey und Fussball, geschlossene Fitnesscenter, abgesagte Veranstaltungen, abgebrochener Caravan-Salon, verbotener Amateursport. Ins Restaurant darf man nur noch zu Viert - ausser, man kommt aus dem gleichen Haushalt.
Konkret heisst das für mich:
- Volleyballtraining kann ich vergessen - war ohnehin nicht geplant, da war mir das Risiko zu gross
- Fitness fällt auch flach - da war ich gestern zuletzt
- Sauna ist sowieso kein Thema wenn das Fitnesscenter zu ist
- Das Weihnachtsessen am 11.11. können wir auch knicken - wir sind fünf
- Rendezvous Bundesplatz ist ebenfalls abgesagt - hätte ich mit meinen Töchtern nächste Woche geplant
Immerhin darf ich noch eine Glühbirne kaufen im Coop, oder eine Batterie. Das war im Frühjahr ja anders...trotzdem würde ich sagen - 2:0 für Corona.
Dienstag, 20. Oktober 2020
Platzsuche
Mitunter wird es etwas eng in unserem Land. Am Samstag im Einkaufszentrum etwa, während den Sommerferien am Gotthard, oder an katholischen Feiertagen bei uns auf dem Parkplatz. Und seit Einführung von Homeoffice hat bei uns niemand mehr seinen eigenen Arbeitsplatz im Büro. Besonders beliebte Tage um zu Hause zu bleiben, sind Montag und Freitag. Entsprechend füllen sich dann die Büros an den anderen Tagen umso mehr, die Platzwahl mutiert zur Platzsuche. Hier helfen uns dann die Errungenschaften der modernen Technik, die Netzverbindungen können gezählt und auf das Stockwerk genau lokalisiert werden. Das sieht dann in etwa so aus:
Sieht übrigens tagsüber aktuell nicht viel anders aus, es sind immer mindestens 80% der Plätze frei. Wir hatten auch problemlos einen Platz im Restaurant gefunden und die Belegung im Zug war auch nicht sonderlich hoch. Die App hat damit natürlich an Bedeutung verloren. Oder anders gesagt: was will sie uns noch sagen? Du bist nicht allein im Büro, auch wenn es so aussieht? Suche, und du wirst vielleicht jemanden finden? Und was ist genau der Unterschied zum Home-Office? Ah, richtig, da brauche ich keine App und auch nicht zu suchen - wenn ich da jemanden finde, ist es vermutlich ein Einbrecher. Man könnte sich schon fast wie zu Hause fühlen, im Büro. Der Grund für dieses Phänomen ist bekannt - unterliegt in dieser Woche aber der Zensur.
PS: es gab da früher mal Aufkleber für's Auto. "Ich bremse auch für Tiere" stand da drauf. Die Version 2020 könnte im Kanton Bern schon bald ergänzt werden mit dem Zusatz "aber nicht für Schneggen". 1 Franken pro verkauften Sticker geht in einen Fonds zur Unterstützung notleidender Berner Sportclubs.
Man möge mir den schwarzen Humor verzeihen....
Sonntag, 18. Oktober 2020
Zensur
Man erlebt in seinem Alltag so einiges, worüber man sich mit Freunden und der Familie austauschen kann. Aktuell laufen die ersten Skirennen der Saison in Gröden. Caviezel und Odermatt auf dem Podest- super. Da gibt es dann ein Interview wie das eben so üblich ist. Aber schon fällt es mir auf: mehr oder weniger lustige Gesichtsmasken, fehlende Zuschauer. Später kommt noch ein Fussball-Klassiker im Fernsehen - auch hier, Masken beim Staff und nur wenige Zuschauer im Stadion. Ebenfalls aktuell ist der Wahlkampf in den USA. Auch dieses Thema wird dominiert vom "China-Virus". Und im Fernsehen gibt es nun auch am Sonntag ausserordentliche Pressekonferenzen des Bundesrates.
Ja, es geht uns nun allen auf den Sack. Das Corona-Virus nagt an unserer psychischen Gesundheit, die eingeschränkten sozialen Kontakte belasten vor allem in der kalten Jahreszeit. Also wäre es vermutlich hilfreich, die ganzen Covid-geschädigten Informationen auszublenden und Anlässe mit Beschränkungen zu meiden. Aber was bleibt dann noch übrig? Wir erleben überall in unserem Alltag Corona, wir lesen ständig Corona, wir hören immer und überall Corona, wir sprechen und schreiben ständig über Corona. Immerhin träume ich nicht davon. Aber ich denke es tut uns gut, das Thema einfach mal eine Woche auszublenden, in Blogartikeln und Gesprächen Zensur auszuüben und einfach mal über Anderes nachzudenken und zu sprechen. Man soll sich ja bekanntlich nicht zu stark mit Dingen beschäftigen, die wir nicht ändern können. Also, Hände waschen, Maske auf, Gring ache u sekkle...
Samstag, 17. Oktober 2020
Was für eine Woche
Am Montag hatte ich mir den Morgen frei genommen, was nicht ganz so einfach war: ich weiss ja trotzdem, wenn jeweils eine neue Nachricht im Posteingang eintrifft. Schöne digitale Welt, nur mit Selbstdisziplin geht das - man weiss ja, dass sich das nicht von selbst erledigt, jedenfalls meistens. Der Fussmarsch zum Wohnmobil und zurück hat mir dann zwei Dinge gebracht: einen vollen Schrittzähler und eine Blase an der rechten Ferse. Ich hatte diese Schuhe wohl einfach zu lange nicht angezogen.
Dienstag war ich dann im Tessin, Mittwoch in Aarau, Donnerstag auch und Freitag in Bern. Mit den Auswärtsstunden gingen auch die Fallzahlen von Covid-19 in der Schweiz in die Höhe, erschreckend rasch zum einen, flächendeckend zum andern. Das bezieht sich nicht nur auf die Kantone, sondern auch auf die Altersgruppen. Das Virus ist überall, sozusagen in aller Munde. Der recht mutige Schritt des Kanton Bern dürfte Morgen zum Standard erklärt werden, vielleicht sogar noch etwas verschärft: auch Arbeitsplätze und grössere Familienfeste könnten künftig einer Maskenpflicht unterliegen.
Erstaunt bin ich eigentlich nicht. Dass die zweite Welle kommen würde, war ziemlich klar. Wie hoch sie sein kann, wissen wir noch nicht - aber wie effizient sich das Virus verbreitet, ist schon eindrücklich. Immerhin muss man ja offenbar keine Angst davor haben, meint zumindest Donald Trump. Wobei der ja offenbar so ziemlich alles glaubt, was er möchte, auch klar erkennbare Satire. Da fragt man sich schon, ob das Virus sich neu auf Gehirnzellen spezialisiert hat - das würde erklären, wieso der Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika kaum erkrankt ist....
Übrigens wäre dann bald schon November, das Lichtspektakel auf dem Bundesplatz läuft seit gestern, die Adventszeit naht, die Geschenke wollen geplant werden. Früher gab es mal einen Schal oder ein Foulard, heuer wird es wohl eher eine schöne, zertifizierte Stoffmaske. Statt einem Socken-Abo von Black Socks gibt's eher ein Hygienemasken-Abo von der Armeeapotheke. Statt Chanel No. 1 kriegt man Desinfektionsmittel aus der Migros, Nummer 4031678074730. Weihnachtsessen mit Geschäftskollegen? Vielleicht ein Bräteln im Sommer, wenn man die Risiken klein halten will. Und wer weiss, ob nicht in diesem Jahr die Videotelefonie an Silvester gefragter sein wird, als SMS und WhatsApp? Vielleicht gibt es ja sogar an Weihnachten schon die ersten virtuellen Familienfeiern? Die Geschenke kann man ja vorher per Post schicken, jede/r kann essen was sie/er am liebsten hat, die Wohnung muss nicht geputzt und nur im Kamerabereich aufgeräumt sein, und wenn man nicht mehr mag, beendet ein Netzunterbruch das Ganze.
Schöne, digitale Welt....
PS: falls der überhaupt stattfindet, hätte ich in diesem Jahr vermutlich viel Zeit für den Spengler-Cup.
Dienstag, 13. Oktober 2020
Reisen
Wieder mal ins Tessin. Selbstverständlich ist das ja nicht im Jahr 2020, es gab Wochen, da war es einfach nicht opportun, für eine Sitzung drei Stunden mit dem Zug durch die Schweiz zu fahren - ein Weg, wohlverstanden. Heute sind die Infektionszahlen höher als kurz vor dem Lockdown im März, aber dieser Zug von Zürich nach Bellinzona ist gut besetzt - zumindest in der ersten Klasse.
Ich mag diese Strecke. Man kann gut arbeiten, obwohl die Businessabteile nicht wirklich gut erkennbar sind. Es hat zwar ein Symbol aussen am Zug und innen an der Türe, aber wer schaut das schon an? Die Sitze sind zwar etwas komisch angeordnet für ein normales Reiseabteil, aber wem fällt das schon auf? Mir ist das ja eigentlich auch egal, solange sich niemand daran stört, dass ich hin und wieder telefoniere. Das geht sogar im Tunnel durch den ich gerade fahre, 57 Kilometer in 20 Minuten - der längste Eisenbahntunnel der Welt. Dahinter wartet manchmal eine andere Welt, meist aber nicht. Es kann schon mal sommerlich warm sein, wenn es auf der anderen Seite kühl und garstig ist. Manchmal hat es auch Schnee wenn bei uns noch alles grün ist, schliesslich ist auch der Tessin ein Bergkanton. Im Moment aber ist es vor allem einer jener Kantone, welche die Covid-Zahlen noch recht gut im Griff haben. Hier kann ich noch ohne Maske in ein Gebäude gehen und auch ohne Maske im Restaurant auf die Toilette. Nicht dass ich gegen solche Massnahmen bin - im Kanton Bern musste ja gehandelt werden. Aber schön, wenn es nicht notwendig ist.
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