Dumm nur, dass ich am Ende des Tages dann doch wieder mehr Süsses gegessen hatte, als geplant. Aber auch dafür (oder dagegen) gibt es einen Plan. Darum sitze ich gerade jetzt im Zug nach Burgdorf, ein paar Kilometer auf dem Velo werden zumindest das schlechte Gewissen wegspülen und mir ein gutes Gefühl geben. Schliesslich gibt es heute nochmal eine kleine Feier, in meiner eigenen Familie. Da sind wir "nur" zu Fünft. Auch das kann sich bis zum nächsten Jahr verändern. Auch heute gibt es was Feines zu Essen. Und auch heute wird es wieder etwas Süsses geben, etwas mit Tradition bei mir: Mousse au chocolat. Diesmal werde ich mich zurückhalten, ganz sicher, versprochen.
Donnerstag, 26. Dezember 2019
Einfach nur schön
11 Personen. Das ist aktuell Vollbestand, wenn man "unsere" Familie zusammen sieht. Gestern war das der Fall und darum wissen wir das auch so genau. Im nächsten Jahr kann das schon anders sein, vielleicht stimmt dann die Zahl nicht mehr oder es haben nicht alle Zeit (oder leben zu weit weg - man weiss ja nie). Jedenfalls gestern hat es mir von A bis Z gefallen, so stelle ich mir Weihnachten vor: Familie, Essen, Trinken, gute Gespräche.
Mittwoch, 25. Dezember 2019
so this is Christmas
Schon wieder ein Songtext, der sich in meinem Kopf festgesetzt hat. So this is Christmas, aus dem Lied von John Lennon, fast so alt wie ich und eigentlich (auch) ein Protestsong. Er richtete sich gegen den Vietnamkrieg und wünschte eigentlich allen nur frohe Weihnacht und ein gutes neues Jahr. Vermutlich wird er aufgrund seines offensichtlichen Textes so oft gespielt um die Weihnachtszeit - John Lennon konnte seinen Protest ganz gut "verpacken", was wiederum ganz gut zu Weihnachten passt.
Gestern, an Heiligabend, ist mir aufgefallen, wie zweigeteilt unsere Gesellschaft an diesem Tag ist. Die einen hatten Samstag, die anderen waren noch komplett im Dienstag gefangen. Die einen genossen einen freien Tag, die anderen arbeiteten wie gewöhnlich an einem Werktag. Natürlich arbeiten auch heute Sonntag viele Leute - der Lokführer welcher mich nach Thun bringt, der Busfahrer welcher Richtung Schorenfriedhof fährt, und auch noch einige Peronen denen ich heute nicht unbedingt begegnen will. Aber heute Mittwoch ist das eigentlich wie ein normaler Sonntag, gestern war das ganz anders.
Gestern haben wir etwas Feines gegessen und wie üblich die Kerzen am Baum angezündet. Sah auch ganz toll aus, schöner Baum, wunderbar geschmückt, der Wohnraum in das warme Licht der Kerzen eingehüllt. Aber wir waren eigentlich noch gar nicht am Feiern. Es gab keine Geschenke, wir waren als Familie nicht komplett, das werden wir am 26. nachholen. So, this is Christmas? Es fühlte sich irgendwie ganz komisch an und nachdem wir lange Zeit und ganz ruhig die Lichter am Baum und auch etwas jene auf unseren Displays angeschaut hatten, endzündeten wir irgendwann das Cheminee des 21. Jahrhunderts und schauten uns zusammen eine Konserve an: der Bergdoktor - Weihnachtsspecial. So, this is Christmas? Die Story jedenfalls war tief-weihnächtlich, viel Schnee, grosse Herausforderungen und ein Happy End inbegriffen. Vielleicht ist das ja Weihnachten? Dann hätten wir hier aber ganz schlechte Karten, zumindest was den Schnee betrifft.
Weihnachten ist ja auch erst heute - so steht es auch im Kalender. Darum freue ich mich jetzt auf das Zusammensein mit meiner Familie, diesmal mit allen, die ich persönlich dazu zähle. Ich freue mich auf einen grossen Tisch und ganz vielen Menschen daran, die mir etwas bedeuten. Gespräche, die lustig, spannend und auch mal etwas herausfordernd sein dürfen. Darum schätze ich die Weihnachtszeit vermutlich viel mehr als früher, weil sie uns Zeit gibt für solche Momente (welche im Alltag aus unterschiedlichen Gründen kaum Platz haben). Dass jetzt das Wetter gerade auch noch mitspielt und mich strahlender Sonnenschein durch's Gürbetal begleitet, ist nur noch die Kirsche auf der Torte...
This is Christmas
Montag, 23. Dezember 2019
9
Es sind noch genau 9 Tage übrig von diesem Jahr. Das heisst auch, dass 356 hinter uns liegen, trotzdem zählen diese letzten jeweils für mich zu den schöneren. So wie heute, im Zug 06:31 ab Utzenstorf hat es viel Platz. Auf den 20 Plätzen in der ersten Klasse sitzen auch nach Kirchberg gerade mal 5 Leute. Nicht dass ich unbedingt alleine reisen möchte, aber irgendwie wirkt das Ganze sehr entspannt. Ich bin mir bewusst, dass dies heute und morgen noch ändern wird, wenn die "Freizeitler" aufgestanden sind und die Läden stürmen werden. Denn es ist ja schon fast Weihnachten und der gestrige Sonntagsverkauf hat vermutlich kaum gereicht, alle Geschenke zu besorgen.
Auf Weihnachten freue ich mich auch - vor allem, weil sich dann die ganze Familie trifft und zusammensitzt, etwas Feines isst und gute Gespräche führt. Was früher normal war, wird zunehmend anspruchsvoller; als Kind war die Familie klar definiert und alles darum herum kam dann noch dazu. Als Eltern mit Erwachsenen Kindern sieht das natürlich anders aus, die Sprösslinge bewegen sich in eigenen Kreisen, bilden eigene "Familien" und diese Freunde wiederum haben eigene, klassische Familien. Darum schätzt man dann die Weihnachtszeit umso mehr, jene Zeit, die uns grundsätzlich den Freiraum gibt, in den diversen "Familien" zusammenzukommen. Auch wenn Weihnachten als Fest für mich in den letzten Jahren etwas an Bedeutung verloren hat - die Weihnachtszeit hat das nicht. Ich liebe die Musik von Sky Christmas, den Duft von frischen Güetzi, das Licht von Kerzen.
Dann folgt die Altjahrswoche mit einigen freien Tagen. Zeit für Freunde, für den Spenglercup, für einen interessanten Film, für die eigene Seele. Wenn dann noch Schnee fällt, ist es umso schöner.
Diese Zeit beginnt jetzt, heute, mit meinem voraussichtlich letzten Arbeitstag im Büro in diesem Jahr. Mit einer Zugreise nach Bern in einem Abteil mit 20 Plätzen, auf denen seit Burgdorf nur noch vier Nasen sitzen.
Sonntag, 22. Dezember 2019
Trockenübung
Wie zum Henker kann man von einer Trockenübung sprechen, wenn man auf dem Spaziergang mit nassen Kleidern und vollgespritzter Brille unterwegs war? Aber der Reihe nach...
Am Freitag war ich noch beim Coiffeur (was in meinem Fall eine Coiffeuse ist, blond dazu, aber jetzt bitte keine Witze). Dabei kam das Gespräch auf Orte, die vom Klimawandel bedroht sind und wo man unbedingt nochmals hingehen sollte (was potentiell die Klimaerwärmung weiter anheizt, aber lassen wir auch das mal beiseite). Miami, Malediven, Mansibar...ne, Sansibar natürlich. Fängt ja nicht alles mit M an, was uns dazu in den Sinn kam. Also, die Frage kam unweigerlich, ob ich schon mal an einem solchen Ort war, der nun droht vom Wasser verschluckt zu werden. Ja, war ich, zwei Mal auf den Malediven. Ich meinte noch, dass mir das aber nach rund einer Woche dann doch langsam zu langweilig wurde. Chantal meinte: "mit meinem Ex wäre es mir vermutlich am zweiten Tag schon langweilig geworden - darum ist er vermutlich auch mein Ex". Dann kam das Thema auf den Winter ohne Schnee. Chantal sagte: " das war schon schön jeweils mit dem Hund über schneebedeckte Waldwege zu spazieren". Es wäre eben ihr erster Winter ohne Hund seit langem, und man würde richtig faul ohne Hund. Nun, da hatte die gute Chantal unbewusst die richtigen Knöpfe gedrückt.
Ein Punkt kam dann heute Sonntag wieder hoch, der Teil mit der Faulheit ohne Hund. Wenn du am Mittag mit 1250 Schritten auf dem Sofa sitzt und draussen Wind und Regen Gemütlichkeit verbreiten, muss man sich entscheiden, ob man sich dieser Gemütlichkeit widersetzen kann. Sonntagsverkauf? Wäre eine Möglichkeit gewesen, Bern, Burgdorf und Solothurn standen zur Verfügung. Ist aber immer noch nicht so mein Ding. Also mal wieder klassisch der Emme entlang nach Aefligen? Deal! Mit Regenhose und -jacke entschied ich mich für die verbotene Route über die Baustelle, auf der die Emme massiv verbreitert und renaturisiert werden soll - hilft nicht gegen die Klimaerwärmung, bereitet aber auf deren Folgen vor. Über die Baustelle wollte ich immer schon mal, weil es mich interessiert und vermutlich auch, weil es nicht erlaubt ist. Sieht aktuell aus wie eine Mondlandschaft, dazwischen Ansätze von Ursus Ordnungssinn: Bäume schön parallel aufgeschichtet an ein paar wenigen Orten - ein aufgeräumter Wald der schon bald weggeräumt sein wird. Kein Opfer der Klimaerwärmung by the way.
Letzte Woche wurde ich gefragt, ob ich tief in mir drinnen nicht irgendwo eine Wut verspüren würde. Bis heute habe ich keine Wut gefunden, aber wenn ich über diese altbekannten Pfade wandere, dann stellt sich manchmal ein Schmerz ein. Darauf war ich irgendwie vorbereitet, mit einem 13-jährigen Hund macht man sich schon mal Gedanken darüber. Trotzdem fühlt sich das komisch an ohne Hunde auf Wegen, die ich wegen der Hunde überhaupt erst kennen und schätzen gelernt habe. Und das tut eben auch etwas weh zwischendurch, fühlt sich eben an wie Trockenübungen, nicht richtig, unvollständig. Darum sollte ich vielleicht auch beim Wandern neue Wege beschreiten und nicht auf den alten Dog-Tracks unterwegs sein.
Nun, zurück von Aefligen ging's dann mit dem Zug und nun sitze ich wieder auf dem Sofa - mit 10'535 Schritten auf dem Zähler.
Samstag, 21. Dezember 2019
Entscheidungen
Weihnachten ist schon verdammt nah - habe ich wirklich an alles gedacht? Ich muss heute noch eines der Geschenke abholen in Burgdorf, das geht gleich auf dem Weg ins Training. Dann sollte ich noch in der Vestita reinschauen; erstens wegen der Glücksnummer - hat mir auch schon mal 50 CHF eingebracht - und zweitens weil ich eine Stoffhose brauche. Natürlich sind die allermeisten Hosen aus Stoff, wenn sie nicht gerade aus Leder oder Latex sind - ich meine eine Businesshose, etwas zwischen eleganter Jeans und Anzughose. Davon hatte ich nämlich eine an der Kaderkonferenz buchstäblich aufgerissen. Immerhin, nur eine Hose.....
Jetzt stellt sich da aber noch die Frage, ob Catalina am 25. in Thun auftaucht. Soll ich jetzt noch ein Geschenk organisieren? Ich wüsste auch schon, was - aber dafür muss ich nach Bern. Und dann wird es etwas eng mit der Zeit, wobei ja "nur" Carmen zu Hause wartet. Nur bezieht sich hier auf die Anzahl, wichtig ist mir das sehr. Also weiter überlegen, ich könnte auch in Bern trainieren, dann spare ich mir den Weg zum Hallenbad und zurück hier in Burgdorf. Oder ich gehe einfach Morgen nach Bern, ist ja Sonntagsverkauf. Das hatte ich in der Vergangenheit immer prinzipiell vermieden, aber jetzt finde ich das gar nicht mehr so problematisch.
Es gibt einfach zu viele Möglichkeiten zu entscheiden. Macht die ganze Sache nicht einfacher - ich werde mich wohl mal wieder spontan entscheiden müssen, genau jetzt, in Burgdorf, in der S44. Aussteigen oder sitzenbleiben, das ist jetzt die Frage....und da mir das in der Schule nie passiert ist, sollte ich vielleicht einfach mal sitzenbleiben....
Freitag, 20. Dezember 2019
Hammer
Bienzgut, Bümpliz, Brau Bar. Das Ziel war klar, wie es ausgehen und vor allem aussehen würde, hingegen nicht. Zuvor war ich noch im Fitness Club beim Bankgässli und habe erstmals den Wellness-Bereich ausgetestet. Die finnische Sauna ist riesig, ohne Brille ist das gar nicht so einfach, darin Personen gegenüber zu erkennen. Ok, ich weiss, dass da jemand ist, ob Mann oder Frau ist auch noch klar (und sonst liegt man mit Mann zu 95% richtig), aber sollte ich da mal jemanden nicht grüssen....sorry, ich werde eben nicht jünger. Nebst der finnischen hat es noch eine Bio- und eine Kräuters-Sauna sowie ein Caldarium. Und der Durchgang zu Lounge und Ruheraum ist eine massive Panzertür (die aber immer offen ist - es hat darin eine leichtere Türe eingebaut).
Dann war die Weltreise nach Bümpliz an der Reihe. Das dauerte ja ewig im Tram, da hatte ich mich schon etwas verschätzt. Mehr als sechs Haltestellen? Definitiv! Im Bienzgut mussten wir dann erst mal etwas suchen. Zum einen, weil dort ein kleines Fest stattfand, zum anderen, weil die Brau Bar in einem Keller untergebracht ist. Die Typen welche am Fest kochten, waren übrigens die selben, welche mit uns am Kadertag im Tramdepot Burgernziel gekocht hatten.
Meine Schwester und ich haben sie dann gefunden die Brau Bar. Ein kleines Schild hat uns den Weg gezeigt, es hilft aber, wenn man weiss wie dieses aussieht. Sei's drum, so bleibt die Brau Bar wohl ein Insidertipp. Hinter dem Tresen ein alter Bekannter von mir, Thomas Fritz. Und der erklärte uns dann auch gleich das Angebot der eigen gebrauten Biere:
- ein India Pale Ale
- ein Irish Red Ale
- und ein Irish Stout
Es wurden dann einmal das Irish Red, zweimal das India Pale und zum Abschluss ein dazu gekauftes Amber-Bier aus Bayern. 8 Biere, eine persönliche Führung durch die Brauerei ( im Prinzip eine grosse Küche) und ein paar Stunden in einer Top-Location...beim Zahlen kam dann die Überraschung: 10 Franken. Oder anders gesagt, die Eigenbrau-Biere gingen auf's Haus. Ich kenne Thomas gut genug, um zu wissen, dass ich da nicht zu diskutieren brauchte. Und er kennt mich gut genug, um zu wissen: der kommt wieder
Mittwoch, 18. Dezember 2019
LMAA
Manchmal muss man die Arbeit einfach mal Arbeit sein lassen. Und darum habe ich mich heute um Viertel nach Vier aus dem Büro verabschiedet und habe mich auf den Weg in...hm, wohin eigentlich? In die Stadt wohl eher nicht, denn ich arbeite ja selber bereits IN der Stadt. In die Innenstadt vielleicht, aber das holpert doch gewaltig. In die Altstadt vielleicht? Jedenfalls dorthin, wo die Touris den Bernern, die Berner sich selber und alle den Trams und Bussen im Weg stehen. Ich wollte mir noch ein Geschenk besorgen und bin deshalb so rasch es geht, in....hättet ihr wohl gerne! Ich sag doch nicht, wo ich mein Geschenk gekauft habe. Könnte ja für dich sein, ja, der du gerade diese Zeilen liest.
Nach dem langen Anstehen - gut und gerne 20 Minuten, ohne die gleichnamige Lektüre notabene - war ich dann zu spät für den einen und zu früh für den anderen Zug. Also machte ich mich auf zum Weihnachtsmarkt und schlenderte einmal über denselbigen. Dauert bei mir ja nicht allzu lange und darum schaute ich noch rasch bei Loeb vorbei. Die Fleisch-Fonduegabel für mein Silit-Pfännchen habe ich natürlich nicht gefunden. Nicht einmal das Pfännchen, um ehrlich zu sein - überhaupt nichts von Silit. Diese Marke gehört ja jetzt zu WMF und nachdem auch eine Mail an diese Firma seit 10 Tagen unbeantwortet ist, habe ich die Hoffnung schon fast aufgegeben. Muss wohl wieder mal etwas selber basteln, wenn ich mal etwas Zeit übrig habe. Ganz kurz habe ich mich dann noch in der Herrenabteilung umgeschaut. Einen Herrn suchte ich zwar nicht, aber aus gut informierter Quelle wusste ich, dass es dort ganz ordentliche "Verpackungen" gibt. Signum-Hemden mit 30-50%, das merke ich mir für später, denn jetzt war es an der Zeit, den nächsten Zug zu erwischen - sonst würde es am Ende gar der übernächste....
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