Mittwoch, 11. Dezember 2019

Gar nicht so einfach

Es gibt Vieles, was auf den ersten Blick einfach erscheint, auf den zweiten sich dann als eher schwierig herausstellt. Manches, was im ersten Moment passt, entpuppt sich beim genaueren Hinsehen als nicht ganz passend. Bei einem Kleidungsstück kann man das vielleicht mal verschmerzen, bei meinem aktuellen Projekt sieht das etwas anders aus.
Zuerst einmal die gute Nachricht aus der Beratung bei PostFinance: die eigene Schätzung des Marktpreises unserer Liegenschaft stimmt fast exakt mit jener von PostFinance überein - schon mal gut. Das war's dann mit positiven Nachrichten. Belehnung des bestehenden Schuldbriefs? Nur bis zur Maximalhöhe der ersten Hypothek. Postkonti umwandeln im Rahmen der Scheidung? Geht nicht, das Hauptkonto muss auch für mich neu eröffnet werden. Good bye 34-8400-5, danke Geldwäscherei-Gesetz. So bin ich dann mit einem Antrag raus, der mir - falls er durchkommt - Eigenkapital von 10% des Kaufpreises beschaffen wird.
Mein nächster Gedanke: Pensionskasse. Das ist bekanntlich auf zwei Arten möglich, Vorbezug und Verpfändung. Vorbezug bedeutet einmalige Steuerkosten und tiefere Risikoleistungen, Verpfändung lediglich höhere Hypozins-Kosten. Daher ist die Pensionskasse nun auch gleich im Rennen um die Finanzierung - eine fünfjährige Festhypothek, also das gleiche Produkt welches ich aktuell habe - kostet dort die Hälfte als aktuell bei PostFinance. Das rechnet sich auch so bereits nach vier Jahren. Und die Verpfändung ist ja nur temporär notwendig bis zum abgewickelten Verkauf des Hauses.
Hinzu kommt natürlich erschwerend die aktuelle familiäre Situation. Darum werden wir diesbezüglich vermutlich im neuen Jahr Nägel mit Köpfen machen. Und wenn's mit der Wohnung in Zollikofen nicht klappt, dann war's halt nicht das Richtige.

Sonntag, 8. Dezember 2019

einfach nur schön

Es ist ja eigentlich immer finstere Nacht beim Aufstehen - beim Zubettgehen auch, liegt aber nicht an mir, im Normallfall bin ich da nicht allzu spät dran. Heute war's wie erwartet, aber da schon weit nach Sieben, erwartete mich eine wundervolle Dämmerung durch's Küchenfenster. Was für eine Überraschung an diesem Sonntagmorgen. Sonne heisst aber auch: klare Nacht, und das zeigt sich jeweils auf dem Aussenthermometer. Abzüglich 2° wegen der geschützten Lage dürfte die Morgentemperatur knapp über dem Gefrierpunkt gelegen haben.

Ein solcher Start in den Morgen verspricht einen tollen, erfolgreichen Tag. So sieht es auch mein Tageshoroskop, ich solle unter Menschen gehen, aber nur unter solche, die ich gut kenne. Sonst würde ich mich vielleicht über den Tisch ziehen lassen. Ich etwa? Wirklich? Nun, die Sonne geht ja jeden Tag auf, wir sehen sie einfach nicht immer. Und genauer betrachtet, macht die Sonne bewegungstechnisch aus irdischer Sicht rein gar nichts. Natürlich ist sie in Bewegung, das sollen ja jedes Sternsystem, jede Galaxie, das ganze Universum sein. Aber die Sonne geht nicht im Osten auf - bitte diesen Satzteil nicht isoliert weiterveröffentlichen - vielmehr drehen wir uns wieder der Schönheit dieses Sterns zu. Eine Schönheit, die uns ohne schützende Athmosphäre augenblicklich vernichten würde. Wie so oft im Leben, ist Schönheit für uns Menschen Gift, oft sogar tödlich - und wir sollten sie aus sicherem Abstand geniessen und vor allem nicht besitzen wollen. Besitztum scheint mir ohnehin eine der größten Geisseln der Menschheit zu sein, aber diesen philosophischen Ansatz werde ich ein anderes Mal verfolgen.
Was mache ich jetzt mit diesen Kaffee-Erkenntnissen? Ich gehe mit dem guten Gefühl aus dem Haus, dass der heutige Sonntag ein guter Tag wird. Das hätte ich auch ohne Horoskop gewusst, denn heute ist ein Familie-Lörtscher-Tag. Ich hätte es auch ohne Sonne gewusst - bin aber trotzdem froh, ist sie auch heute wieder aufgegangen. Es wäre sonst doch etwas zu kühl und zu finster, oder?

Samstag, 7. Dezember 2019

Bewegung

Zuerst einmal hatte ich letzte Nacht wirklich gut geschlafen - keine Selbstverständlichkeit, denn Dylan meldet sich eigentlich immer, sobald er merkt: die sind alle nach oben gegangen. Darum schläft in letzter Zeit immer einer von uns auf dem Sofa. Und da meine Frau einiges später ins Bett geht als ich, zähle ich meist zwischen Mitternacht und Eins nach unten. Eines kann ich mit Gewissheit sagen: das Sofa ist saumässig bequem. Und dabei haben wir das Bettteil noch gar nicht ausgefahren.
Nun, Dylan und Skipper sind in der Ostschweiz an einem Plauschturnier, kein Sofa-Schlafen, 7,5 Stunden toller Schlaf und Morgens um Sieben ziemlich fit aufgestanden - was will man(n) mehr? Ein Kaffee, ein paar News reinziehen, den Rucksack gepackt und um Neun war ich dann schon im Fitness-Club auf dem Velo. Und obwohl ich eine halbe Stunde später immer noch an Ort und Stelle stand, hatte ich über 14 Kilometer abgestrampelt. Da hatte ich mir eine Dusche, die Sauna und einen feinen Tee redlich verdient.
Zu Hause war Carmen bereits mit Zitronen, Grapefruit und Orangen beschäftigt - WhatsApp sei dank, ich hatte ihr meine Zugverbindung zugeschickt. Schon bald stand der Brunch auf dem Tisch und ich hatte auch ehrlich ziemlich Hunger. Ja, und dann gab es noch einige Kleinigkeiten zu tun: Spülmaschine ausräumen, Einkaufen im Coop (Salat, Raumduft-Nachfüller, Waschgel für die empfindliche Männerhaut), Kerzen auffüllen, Paket auspacken - leider mit Glasschaden, mein Lieblingsglas, und darum musste dann auch noch der Staubsauger in Aktion treten. Irgendwann war ich dann auch damit fertig, vertraute darauf, dass Scherben Glück bringen und fragte mich: was fehlt denn da?
Richtig. Keine Hunde, kein Spaziergang? Falsch gedacht, ich kleidete mich an und machte mich auf den Weg nach Wiler. Der Emme folgend flussabwärts, eine Strecke die ich schon lange nicht mehr abgelaufen war. Zurück über die Felder, insgesamt 7,5 Kilometer - für Dylan eben schon etwas viel und darum keine echte Option mehr. Auf meinem Zähler stehen jetzt 15'236 Schritte. Viele kommen nicht mehr dazu und Morgen werden es wohl auch weniger. Morgen lassen wir bewegen, Morgen wird getanzt. Da freue ich mich schon drauf....

Freitag, 6. Dezember 2019

Freitag der...6.

Was bringt heute wohl der Samichlaus? Eine Rute vielleicht weil ich zu wenig brav war im letzten Jahr? Oder eine süsse Überraschung weil doch nicht alles ganz falsch war? Ich denke, die meisten Menschen hätten vermutlich beides ein wenig verdient. Eine Rute mit Süssigkeiten behangen, ganz wie im richtigen Leben. 
Carmen und ich sitzen zu zweit in unserem grossen Haus. Der Feierabend ist endlich da, genauso wie das Wochenende. Es ist angenehm ruhig, schon fast etwas zu ruhig für meinen Geschmack. Der Grittibänz war fein, frisch gebacken heute in der Früh von Astrid. Im Fernseher läuft eine Schnulze von Cecelia Ahern, eine Geschichte mit einem ernsten Thema, einem irischen Kobold und natürlich einer Liebesgeschichte. Unterm Strich einer meiner liebsten Filme, nicht zuletzt wegen der Musik. In einem Song heisst es da: "two steps from heaven,  two steps from hell". Zwei Schritte vom Himmel entfernt, zwei von der Hölle - so schmal ist manchmal der Grat. Der Song ist von S. J. McArdle - unnötig zu sagen, dass der in meiner Sammlung von Lieblingssongs abgespeichert ist. 
Aktuell freue ich mich auf die Sauna Morgen, einen ruhigen Samstag und den Sonntag mit meiner Familie. One step from heaven, three steps from hell, würde ich sagen...

Mittwoch, 4. Dezember 2019

Warum?

Heute im Tram an der Haltestelle Hasler: alle Türen sind schon zu, nur eine Frau steht zuhinderst, schaut zurück und fragt " müsst Dir no ine?" Ja, jetzt sehe ich den Mann, ich kenne ihn seit Jahren vom Sehen. Er ist schlecht zu Fuss aufgrund eines Handicaps. Er kann nicht wirklich gut sprechen. Er hat immer einen stabilen Transportwagen dabei, ob dieser mehr als Stütze dient oder als Arbeitsgerät? Unklar, aber er ist offensichtlich berufstätig. Chapeau! Aber bei der hintersten Türe kommt er nicht rein mit seinem Wagen. Die Frau hält immer noch die Türe auf, rät ihm eine weiter vorne einzusteigen. Er geht die zwei Meter nach vorne, Passagiere drücken den Knopf, die Tür bleibt zu und die andere schliesst sich. Zu - fertig - Abfahrt.
Gibt's denn sowas? Der Mann ist fast so bekannt wie es der Lautsprecher war. Musste das sein? Warum konnte der Tramführer die Türe nicht nochmal entriegeln? Es dauert 10 Minuten bis das nächste Tram kommt und per jedes kommt der gute Mann kaum vorwärts. Zudem war es eisig kalt heute.
Warum haben wir Passagiere das nicht schneller erkannt? Die eine Tür war ja noch offen und zumindest ich ging davon aus, dass noch nicht verriegelt war. Wir hätten die offene Tür als "Pfand" besetzen und erst wieder freigeben sollen, wenn die andere Tür dem Mann Einlass gegeben hätte. Warum war dieser Vorfall notwendig?
Warum. Diese Frage sollte man immer mehrfach stellen. Nur so kommt man Ursachen wirklich auf den Grund. Nur so findet man die Wurzel allen Übels. Vielleicht war es zu dunkel, vielleicht hatte der Tramführer nicht genau gesehen, was sich abspielte. Ich glaube an das Gute im Menschen - würde ich das nicht, hätte ich vermutlich in meiner berüchtigten, charmanten Art die Türe blockiert und mit dem Bernmobil-Personal mit Freude eine Diskussion begonnen. Mit Warum-Fragen selbstverständlich....und der Mann auf dem Trottoir wäre ein Tram früher zum Bahnhof gefahren. Mit etwas Verspätung natürlich, wegen eines diskussionsfreudigem Mit-Passagier....

Dienstag, 3. Dezember 2019

Dienstag

Heute hatte ich meinen ersten Termin um 10 Uhr am Hauptsitz der Post. Das bedeutete für mich: um halb Neun auf den halbleeren Zug, um 10 nach Neun im Espace Post im total überfüllten Cafeteria-Bereich. Antizyklisches Verhalten hat eben auch seine Schattenseiten. Die Zeit bis zur Sitzung verbrachte ich daher im Kurzzeit-Arbeitsbereich mit der Bearbeitung von Mails, Sitzungsvorbereitungen und einer kurzen Telefonkonferenz.
Der zweite Teil des Tages war am Hauptsitz von PostAuto geplant. Ich war etwas früher fertig als geplant und erwischte ohne grosse Wartezeit einen Zug zum Hauptbahnhof. Genug Zeit, am Mittag am Bahnhof Bern, der Weg führte über die Welle....ein Blitzgedanke drängte sich in meinen Kopf, genauer gesagt, drei Buchstaben: K F C. Sollte ich wirklich? Konnte ich mich wirklich zu einer Portion amerikanischen "Tschikken" verleiten lassen? Den Entscheid überliess ich dem Zufall, zu viele Leute und ich wäre wieder weg gewesen. Ich konnte aber zu meiner Überraschung direkt bestellen - am Automaten, aber so macht man das eben heute. Dann stellte ich mich in eine Ecke und wartete. Auffallend war bloss, dass minutenlang keine Bestellung ausgeliefert wurde. Ich setzte mich also mal auf einen Stuhl und wartete weiter. Irgendwann schnappte ich die Wörter " ten minutes" und "broken" auf. Aha, scheinbar war irgendwas defekt, darum die Verzögerung.
Das Essen kam dann irgendwann mal und es war so viel, dass ich am Abend immer noch satt war. Zum Glück hatte ich am Nachmittag ziemlich viel Bewegung im Büro....

Montag, 2. Dezember 2019

Geburtstag

Schon wieder ein Jahr älter. Nein, nicht ich, Schwesterherz. Und ja, man kann das so sehen - oder aber man sagt sich, schon wieder ein Jahr weißer. Die Gelenke, Muskeln, Sehnen, Bänder, einfach alles kann Schmerzen wenn man älter wird - oder man sagt sich: ich spüre meinen Körper jeden Tag intensiver. Alles eine Frage der Perspektive. Darum ist heute auch nicht der erste Tag nach dem Wochenende, sondern nur noch vier bis zum nächsten.
Jetzt ist der erste Tag auch schon vorbei, lässt den nächsten kommen...